Bekenntnisse Glaubensbekenntnisse

Bekenntnisschriften

Die wichtigste Bekenntnisschrift der Reformierten ist heute der Heidelberger Katechismus. Vor, neben und nach diesem entstanden weitere Bekenntnisschriften.

Als erstes reformiertes Bekenntnis können die 67 Thesen Ulrich Zwinglis zur ersten Zürcher Disputation im Jahre 1523 betrachtet werden. 1530 wurde die „Fidei ratio“ (Rechenschaft über den Glauben) von Zwingli auf dem Augsburger Reichstag als Bekenntnis eingereicht. Verhandelt wurde dieses Bekenntnis auf dem Reichstag aber wahrscheinlich nicht. Die Fidei ratio ist angelehnt an das Apostolische Glaubensbekenntnis und fasst die christliche Lehre reformierter Prägung zusammen. Die Fidei ratio bezieht Stellung gegen den Katholizismus und das Luthertum.

1536 entstand das Erstes Helvetisches Bekenntnis oder Confessio Helvetica Prior. Diese Erklärung beschreibt die gemeinsamen Grundsätze der schweizerischen Reformierten. Sie wurde gemeinsam geplant und verabschiedet von den Städten Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen, St. Gallen, Mülhausen und Biel. Geschrieben wurde das Erste Helvetische Bekenntnis hauptsächlich von Leo Jud (1482–1542).

1566 entstand das Zweite Helvetische Bekenntnis oder Confessio Helvetica Posterior. Es war 1562 als das persönliche Glaubensbekenntnis von Heinrich Bullinger (1504-1575) entstanden. 1566 wurde es das gemeinsame Glaubensbekenntnis der schweizerischen Reformierten (außer Basel). Auch in Ungarn, Polen und Schottland wurde es bedeutsam. Das Zweite Helvetische Bekenntnis besteht aus 30 Kapiteln, die inhaltlich an das Apostolische Glaubensbekenntnis angelehnt sind.

1536 verfasste Johannes Calvin (1509-1564) den Genfer Katechismus in lateinischer Sprache. Der Katechismus ist im Prinzip ein Auszug aus der ersten Ausgabe der „Institutio Christianae Religionis“ („Unterricht in der christlichen Gottesverehrung“), die Calvin im selben Jahr veröffentlicht hatte. Im Genfer Katechismus wird die Prädestinationslehre Calvins nicht erwähnt.

1537 verfasste Guillaume Farel (1489-1565) das Genfer Bekenntnis. Die männlichen Bürger der Stadt Genf sollten diesem Bekenntnis zustimmen. Dies war jedoch nicht durchsetzbar. Der Ärger darüber führte zur Vertreibung Calvins aus Genf. Er wurde jedoch 1541 zurückgeholt, um die Reformation weiter voranzubringen.

1542 erschien der Genfer Katechismus von Calvin in französischer Sprache. Der Katechismus ersetzte denjenigen von 1536 und wurde 1545 in lateinischer Sprache veröffentlicht. Bis 1788 war er in Genf in Gebrauch. Der Genfer Katechismus ist das Vorbild für den Heidelberger Katechismus. Der Genfer Katechismus von 1542/1545 wurde zum wichtigen Katechismus der französischsprachigen reformierten Gemeinden in Europa.

Die in Deutschland bedeutendste neuere Bekenntnisschrift ist die Barmer Theologische Erklärung aus dem Jahr 1934.

Bekenntnis von Accra

Auf der 24. Generalversammlung des Reformierten Weltbundes 2004 in Accra (Ghana) wurde ein „Bekenntnis des Glaubens im Angesicht von wirtschaftlicher Ungerechtigkeit und ökologischer Zerstörung“ beschlossen. Dieses Bekenntnis setzt sich mit dem Kapitalismus auseinander und mahnt Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit an.

2011 gab es in der Französischen Kirche zu Berlin eine Predigtreihe über das Bekenntnis von Accra.

Nachzulesen sind die Predigten hier:

http://www.franzoesische-kirche.de/data/user/predigten/15.5.11_MW.pdf

http://www.franzoesische-kirche.de/data/user/predigten/22.5.11.pdf

http://www.franzoesische-kirche.de/data/user/predigten/26.6.11_MW.pdf

http://www.franzoesische-kirche.de/data/user/predigten/3.7.11_Steffen_Reiche.pdf

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