Weihnachten 1613 trat der brandenburgische Kurfürst  Johann Sigismund (1572–1619/1620) vom lutherischen zum reformierten Glauben über. 1614 ließ er die „Confessio Sigismundi“ veröffentlichen. Diese wurde für die Reformierten in Brandenburg das verbindliche Bekenntnis. Bis zum Tod Johann Sigismunds entstanden ungefähr zwanzig reformierte Hofgemeinden mit Hofpredigern im Kurfürstentum. Das Glaubensbekenntnis Johann Sigismunds wurde von dem reformierten Hofprediger Martin Füssel (?–Anfang des 17. Jahrhunderts) aus Anhalt-Zerbst geschrieben.
Der brandenburgische Kurfürst Johann Sigismund hatte sich in seinem Glaubensbekenntnis für eine gemäßigte Sicht der Prädestinationslehre Calvins entschieden. Die „Confessio Sigismundi“ sagt, diejenigen, die erwählt sind, können ihre Erwählung durch Fehlverhalten verlieren. Und diejenigen, die zunächst nicht erwählt sind, können durch Frömmigkeit errettet werden. Beim Abendmahl sollen echtes Brot (keine Hostie) und Wein gereicht werden. Das Abendmahl soll zum Gedächtnis an Christus abgehalten werden. Sigismund hätte es gern gesehen, wenn seine Untertanen auch zum reformierten Glauben übergetreten wären. Er zwang sie jedoch nicht dazu. Der brandenburgische Kurfürst garantierte stattdessen den Erhalt der lutherischen Religion in Brandenburg. Damit kündigte Johann Sigismund die aus dem Augsburger Reichs- und Religionsfrieden von 1555 im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation entstandene Übereinkunft „cuius regio, eius religio“ („wessen Land, dessen Religion“). In Brandenburg gab es lange Zeit ein reformiertes Herrschaft und eine überwiegend lutherische Bevölkerung. Von Johann Sigismund wurde in Brandenburg ein großer Schritt zur Religionstoleranz getan.

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