Evangelisch-reformierte Bethlehemsgemeinde

In den 1720er Jahren kamen Glaubensflüchtlinge aus Böhmen nach Berlin. Die Handwerker erhielten von König Friedrich Wilhelm I. (1688–1740) die Erlaubnis sich in der Friedrichstadt und die Bauern in Rixdorf (heute Neukölln) anzusiedeln. Ihren ersten eigenen Prediger erhielten die Böhmen 1747. Es war der orthodoxe Lutheraner Andreas Macher. Kurz nach seinem Amtsantritt kam es zur Spaltung der Gemeinde. 138 Gemeindeglieder erklärten sich als dem lutherischen Glauben und 133 als dem reformierten Glauben zugehörig. Eine dritte Gruppe von 158 Personen blieb im Streit neutral, nahmen aber Verbindung zur Brüderunität in der Oberlausitz auf. Der reformierten Gemeinde wurde per Kabinettsordre des preußischen Königs erlaubt, einen eigenen Prediger zu wählen. Die böhmisch-lutherische und die böhmisch-reformierte Gemeinde nutzten in der Folgezeit die Bethlehemskirche in der Mauerstraße als Simultankirche. Die Brüdergemeine nutzte sie nicht.


Mit Unterstützung des preußischen Königs Friedrich II. (1712–1786) konnte die reformierte Gemeinde in Rixdorf ein eigenes Schul- und Bethaus bauen. Die reformierte Gemeinde in Berlin hatte also vom 18.–20. Jahrhundert zwei Predigtstätten. Die Bethlehemskirche in der Friedrichstadt und den Betsaal in Rixdorf.


Bis ins 19. Jahrhundert war die reformierte Gemeinde in Berlin nur den Nachfahren der böhmischen Einwanderer zugänglich. Die Predigtsprache war tschechisch. Erst unter Pfarrer Karl Emil Hapke (1864–1908) öffnete sich die Gemeinde auch Reformierten außerhalb der böhmischen Tradition. Unter Pfarrer Walter Nordmann wurde die Gemeinde durch die Kirchenverfassung vom 26. Januar 1939 zur Personalgemeinde. Die Bezeichnung böhmisch musste 1937 aus dem Namen gestrichen werden, so dass die Gemeinde heute „Evangelisch-reformierte Bethlehemsgemeinde“ heißt.


Die Evangelisch-reformierte Bethlehemsgemeinde gehört zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Sie ist eine Personalgemeinde. Jeder, der Mitglied der EKBO ist, kann Gemeindemitglied werden. Derzeit umfasst die Gemeinde über 300 Mitglieder.


Auf www.bethlehemsgemeinde.de stellt sich die Kirchengemeinde selbst vor: „ Das besondere Profil der Gemeinde zeigt sich im sonntäglichen Gottesdienst (10 Uhr) in der strikten Konzentration auf Lesung, Gebet, Predigt und Psalmengesang. Der Kirchsaal ist schlicht gestaltet – ohne Kreuz und Bilder (Zweites Gebot). Im Anschluss an den Gottesdienst treffen sich Besucher und Gemeindemitglieder zu Gesprächen und zum Gedankenaustausch.“


Die Evangelisch-reformierte Bethlehemsgemeinde bildet zusammen mit der Evangelisch-reformierten Schlosskirchengemeinde Berlin-Köpenick den Reformierten Pfarrsprengel Berlin.

Für mehr Information siehe Evangelisch-reformierte Bethlehemsgemeinde in der Gemeindeübersicht

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