Heidelberger Katechismus

Der Heidelberger Katechismus ist die bedeutendste deutsche reformierte Bekenntnisschrift. Andere deutsche reformierte Bekenntnisse waren von begrenzter zeitlicher und regionaler Bedeutung (wie zum Beispiel in Brandenburg-Preußen die Confessio Sigismundi von 1614). Ursprünglich wollte der Heidelberger Katechismus zwischen den Anhängern Johannes Calvins und Martin Luthers vermitteln und war auf Ausgleich zwischen den beiden evangelischen Strömungen bedacht. Der moderat gehaltene Text erhielt Bedeutung über seine Zeit und seinen Entstehungsort hinaus. Er wurde weltweit zum Bekenntnis der Reformierten.

Der Heidelberger Katechismus erschien 1563. Er wurde von Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz (1515–1576) 1562 in Auftrag gegeben. Der Heidelberger Katechismus entstand im Rahmen der neuen pfälzischen Kirchenordnung. Er ist ein Dokument der Neuorientierung. Er ist an den Katechismen Luthers und Calvins orientiert. Der Heidelberger Katechismus versucht lutherische Anliegen zu integrieren. Theologisch ist der Heidelberger Katechismus an die Lehren Calvins angelehnt. Die Prädestinationslehre, die Calvin wichtig war, fehlt jedoch im Heidelberger Katechismus. Friedrich III. wollte die im 16. Jahrhundert auseinanderdriftenden evangelischen Strömungen einen. Der Heidelberger Katechismus versucht dies, indem lutherische und reformierte Auffassungen zu verbinden gesucht werden. Zum Beispiel in Frage und Antwort Nr. 1: Die Frage ist lutherisch inspiriert, die Antwort trägt einen stark reformierten Akzent.

Der Originaltitel des Heidelberger Katechismus ist „Catechismus oder christlicher Unterricht, wie der in Kirchen und Schulen der Churfürstlichen Pfalz getrieben wirdt“. Die Erstausgabe erschien mit 128 Fragen. Die Frage 80 wurde später eingefügt. 1563 wurde der Text in die Kirchenordnung eingebunden und wurde damit allgemein verpflichtend in der Kurpfalz. Der Hauptverfasser des Heidelberger Katechismus ist Zacharias Ursinus aus Breslau. Dieser war ein Schüler Philipp Melanchthons und vom Kurfürsten Friedrich III. zum Professor für Dogmatik an die Universität in Heidelberg berufen worden. Schon bald nach seinem Erscheinen fand der Heidelberger Katechismus Verbreitung außerhalb der Pfalz. Es gab erste Übersetzungen ins Niederländische, Polnische und Ungarische. Auf der Dordrechter Synode 1618/19 wurde der Heidelberger Katechismus ausdrücklich als Bekenntnisschrift eingesetzt. Heute ist er weltweit verbreitet und in 40 Sprachen übersetzt.

Der Heidelberger Katechismus enthält heute 129 Fragen und Antworten. Sie sind nach den Sonntagen im Kirchenjahr geordnet. Dem Katechismus sind Textstellen aus der Bibel beigefügt, auf die sich die Fragen und die Antworten beziehen. Die Bibelstellen sind aufgrund des ausdrücklichen Wunsches des Kurfürsten Friedrich III. von der Pfalz den Fragen und den Antworten hinzugefügt worden.

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