Worte des Monats

Dezember 2016

Dieses Mal: Zur Weihnachtszeit gehört die Epiphaniaszeit. Epiphanein ist ein griechisches Verb und bedeutet „erscheinen, offenbaren“. Was erschien nun am 6. Januar, kurz nach unserem Weihnachtsfest? Wer oder was offenbarte sich hier? Welche neue, bis dahin verborgene Seite eines Dinges bekommen wir zu Gesicht? Worum geht es in der Epiphaniaszeit als Teil der Weihnachtszeit?

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Dieses Mal von Pfarrer Malte Koopmann

    Zur Weihnachtszeit gehört die Epiphaniaszeit. Epiphanias ist am 6. Januar, kein Feiertag in Brandenburg und fällt auf einen Freitag. Wir feiern also wie meistens auch in diesem Jahr nur die Gottesdienste „nach Epiphanias“. Epiphanein ist ein griechisches Verb und bedeutet „erscheinen, offenbaren“. Was erschien nun am 6. Januar, kurz nach unserem Weihnachtsfest? Wer oder was offenbarte sich hier? Welche neue, bis dahin verborgene Seite eines Dinges bekommen wir zu Gesicht? Worum geht es in der Epiphaniaszeit als Teil der Weihnachtszeit?
    Besonders in katholischen Gemeinden wird der Epiphaniastag als „Dreikönigstag“ gefeiert. Sternensänger haben Hochkonjunktur. Die FDP hält an diesem Tage ihr traditionelles „Dreikönigstreffen“ ab. All das geht auf die Geschichte der „Weisen aus dem Morgenland“ zurück, die uns Matthäus (Kapitel 2) in seinem Weihnachts- evangelium bewahrt hat. Die Könige gehören ebenso wie Maria, Joseph und die Hirten zu den Standardkrippenfiguren, die überall im Lande zu Weihnachten auf- gebaut werden. Aber die Hirten haben die Weisen ebenso wenig zu Gesicht be- kommen wie die „Könige“ die Krippe und die Hirten. Denn die „Könige“ kommen aus der Kindheitsgeschichte Jesu nach Matthäus, die Hirten und die Krippe aus der des Lukas. Doch auch in unserem Wohnzimmer stehen sie einträchtig neben- einander.
    Die „Könige“ werden bei Matthäus mit dem griechischen Wort „Magoi“ bezeich- net. Es ist derselbe Wortstamm, den wir für unser Wort „Magier“ gebrauchen. Das hat zunächst nichts mit „Magie“ zu tun: Hier sind persische Priester gemeint. Die kannten sich aus in den Dingen des Lebens und der Welt. Die Magoi hatten großes Wissen in den damals größten Bibliotheken dieser Welt gesammelt. Auch Wissen über die übernatürlichen, göttlichen Dinge. Darum beschäftigten sie sich auch mit Sternkunde, einer Mischform der heutigen Astrologie und Astronomie; die gött- lichen Dinge haben schon immer etwas mit dem Himmel und den Sternen zu tun. Bei ihren Sternbeobachtungen waren unsere Weisen nun auf einen neuen Stern, von dem auch außerbiblische Quellen der Zeit um Jesu Geburt berichtet haben, aufmerksam geworden. Der Astronom Kepler meinte später, es handelte sich dabei um das Zusammentreffen der Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild der Fische, und auch heute gibt es viele nachvollziehbare Erklärungen für diesen Stern. Sternkundige versuchen natürlich, solche Konstellationen zu deuten. Den Jupiter kannten die Weisen als Königsstern, den Saturn als Stern der Juden. Und mit dem Sternzeichen der Fische verbindet sich für ihr Verständnis die Endzeit der Welt. Was also lag näher, als in diesem „neuen Stern“ die Geburt eines neuen Königs der Juden zu sehen, der etwas mit der Endzeit der Welt zu tun haben muss? Grund genug, die Sachen zu packen und loszuziehen. Was sie letztlich wirklich bei dem neuen König gesucht haben, wussten sie vielleicht selbst nicht. Aber auch Weise wissen eben nicht alles. So war es vielleicht die Ahnung, dass dieser Neugeborene neue Antworten auf wichtige Lebensfragen haben könnte.
    Wir wissen, wie ihre Geschichte weitergeht. Irgendwann sind sie nach manchen Hindernissen beim Kind angekommen und erweisen ihm alle Ehre, schenken ihm „Gold, Weihrauch und Myrrhe“. Wahrhaft königliche Schätze: Ewiges Gold, be- ständig und unzerstörbar, und doch ein nur schwacher Abglanz Gottes. Weihrauch wurde schon damals für religiöse Handlungen benutzt. Nicht nur Augen und Ohren, auch die Geruchssinne werden damit angesprochen. Es geht schließlich um den ganzen Menschen, wenn es um Gott geht. Myrrhe, das in besonderen Gemischen zur Salbung von Königen und als Betäubungsmittel (ein Hinweis auf den Kreuzestod des Kindes!) verwendet wurde. Die Weisen legen Jesus alles zu Füßen, was ihnen wertvoll, heilig und in ihrem Glauben von größter Bedeutung ist. Das ist sicher mehr als eine Geste, mehr als eine Freundlichkeit: Die Weisen ahnen, dass der Ort, an dem sie da stehen, ein historischer Ort ist.
    Epiphanias, Erscheinung: Eine Sternkonstellation erscheint, mit ihr der Gottessohn Jesus auf dieser Welt. Nicht die Nahen – die Fernen (innerlich: Die Hirten, äußer- lich: Die Weisen) sind es, die begreifen, dass etwas die Welt bewegendes ge- schehen ist. Epiphanias, Offenbarung: Es offenbart sich eine neue, bisher nicht sichtbare Seite des Geschehens. War bisher nur ein Kind an der Seite seiner nicht gerade wohlhabenden Eltern zu sehen – mit dem Besuch der Magoi aus der Ferne bekommt alles eine neue Dimension. Epiphanias lässt uns das klarer sehen. Weihnachten ist nicht einfach die Geburt eines kleinen, sicher niedlichen und liebenswürdigen Kindes in Armut. Weihnachten offenbart die Erscheinung Gottes in dieser Welt in einem Menschen-Kind. Dieses Kind wird zum wahren König der Welt, dem immer mehr Menschen überall auf der Erde Ehre erweisen werden. Epiphanias offenbart uns die bisher noch verborgene Tatsache, dass in der Krippe Gott selbst zur Welt gekommen ist. Gott, der alles daransetzt, uns so nahe zu kom- men, dass er unser Leben und unsere Herzen gewinnt. Es gibt also viele gute Gründe, auch in diesem Jahr wieder Weihnachten zu feiern. Darum: Eine gesegnete Weihnachtszeit für Sie und Ihre Familien.

    Quelle: Gemeindebrief. Evangelisch-Reformierter Pfarrsprengel Hohenbruch/Brandenburg. Dezember 2016 – Februar 2017. Malte Koopmann.

Worte des Monats

Januar 2017

Dieses Mal: Um das Abendmahl und die „richtige Lehre“ gibt es seit Jahrhunderten innerkirchlichen Streit. Offiziell ist es bis heute den römisch-katholischen Priestern verboten, Protestanten die Eucharistie zu spenden. Zu groß sind noch die theologischen Gräben.

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema: Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist – Gedanken zum reformierten Abendmahlsverständnis

    Dieses Mal von Pfarrerin Carolin Springer

    Um das Abendmahl und die „richtige Lehre“ gibt es seit Jahrhunderten innerkirchlichen Streit. Offiziell ist es bis heute den römisch-katholischen Priestern verboten, Protestanten die Eucharistie zu spenden. Zu groß sind noch die theologischen Gräben.


    Für meine Generation ist es heute nur schwer vorstellbar, dass bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein ähnlicher Graben innerprotestantisch verlief. Ganze vier Jahrhunderte lang hatte es zwischen den unterschiedlichen evangelischen Konfessionen nach lutherischer und reformierter Prägung keine Abendmahlsgemeinschaft gegeben. 1957 brachten die Arnoldshainer Abendmahlsthesen eine versöhnliche Perspektive. 1973 wurden Kernformulierungen der Arnoldshainer Thesen in die Leuenberger Konkordie aufgenommen. Mit dieser Lehrübereinkunft reformatorischer Kirchen Europas, wurde Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen den beteiligten lutherischen, reformierten und unierten Kirchen hergestellt.


    Diese Gemeinschaft ist ein hohes Gut, das es zu wahren und zu pflegen gilt. Dazu gehört, dass man sich auch weiterhin mit den Themen beschäftigt, Fragen klärt, im Gespräch bleibt. Und auch in der eigenen konfessionellen Prägung, in der eigenen Gemeinde neben der Feier des Abendmahls, die Abendmahlslehre immer wieder in den Blick nimmt und sich vergewissert, ob wir noch in der Spur sind, ob wir wissen, was wir, warum, wie feiern.


    Was sind meine persönlichen Erfahrungen mit dem Abendmahl? Was tut mir gut? Was wollte ich schon immer wissen? Gibt es andere Formen der Feier? Wozu gibt es Einzel- und Gemeinschaftskelche? Dürfen auch meine Kinder zum Abendmahl? Geht es um das Erinnern oder um die Gemeinschaft? Und wie ist das mit der Realpräsenz? – Diese und ähnliche Fragen können dabei Thema werden.


    Der Systematiker Prof. Dr. Georg Plasger geht der Frage nach, was es mit dem Aspekt des Gedächtnismahles in den reformierten Gemeinden auf sich hat. „Das tut zu meinem Gedächtnis“, heißt es gleich zweimal in den Einsetzungsworten. Das Erinnern, das schon in den biblischen Schriften des Alten und Neuen Testaments eine entscheidende Rolle spielt, bekommt auch in reformierter Abendmahlslehre ein besonderes Gewicht. Allerdings ist diese Form des Erinnerns nicht zu verstehen als schlichter denkmalpflegerischer Umgang mit der Vergangenheit, sondern im Erinnern selbst findet Vergegenwärtigung statt. Es geht um theologisch gedeutete Geschichte. Plasger schreibt:


    „Nur, wenn das Gedenken richtig interpretiert wird, kann es als leitendes Motiv für die Feier des Abendmahls herhalten: Wir werden hineingenommen in die Geschichte Gottes. Dann ist Gott im Abendmahl auch präsent. Gedenken beim Abendmahl heißt: Wir bekennen uns dazu, dass wir hinein genommen sind in die Geschichte Gottes mit den Menschen.“


    Jesu Kreuzestod ist kein Ereignis der Vergangenheit, sondern ist auch für mich heute geschehen und relevant. Ich bin Teil der Geschichte Gottes. Davon erzählen die biblischen Texte, in die ich mich mit hineinbegeben kann, mit meiner Geschichte ins Gespräch bringe, mich entdecke und Gott erlebe. Gott ist präsent – eben auch im Abendmahl. Hörbar im Wort, erlebbar in der Gemeinschaft, sichtbar in meinem Leben und manchmal sogar schmeckbar, wie es in Psalm 34 heißt: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.“

    Quelle: Gemeindeblatt der Evangelisch- reformierten Bethlehemsgemeinde. August–September 2016. Carolin Springer.


    Als kleinen Appetithappen empfielt ihnen Pfarrerin Springer den Text von Prof. Dr. Georg Plasger auf reformiert-info.de

Worte des Monats

Februar 2017

Dieses Mal: „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!“ (Lukas 10,5) – so der Monatsspruch für Februar.

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema: Kommentar zum Monatsspruch der Losung Februar

    Dieses Mal von Pfarrerin Carolin Springer

    „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!“ (Lukas 10,5) – so der Monatsspruch für Februar. Einst sprach Jesus diese Worte zu seinen Jüngern, bevor er sie losschickte, durch die Lande zu reisen. Welch ein schöner Vers, welch weiser Ratschlag. So soll es doch sein, wenn man einander besucht: dass man in Frieden kommt. Doch nicht nur zu einer Person soll dieser Satz gesagt werden. Vielmehr heißt es: Friede diesem Haus ! Also allen im Haus gilt der Friede. Auch den Unbekannten, den Unbequemen, den Stillen und Lauten. Der Friede, von dem Jesus hier spricht, galt dem Hausherrn genauso wie der Magd. Gilt den Kindern, den Kranken, den Alten. Friede diesem Haus! Das Haus als kleiner Querschnitt durch die Gesellschaft. Vielleicht hätte Jesus auch sagen können: Wenn ihr in eine Stadt kommt, so sagt als erstes: Friede dieser Stadt. Doch vielleicht wusste er auch, dass es manchmal schon schwer genug ist im Kleinen zu beginnen. Also übe erstmal „Friede diesem Haus“.


    Das griechische Wort für Friede meint hier übrigens auch Wohlbefınden und Heil. Friede, Wohlbefınden, Heil euch allen in diesem Haus. Ist das nicht das, wonach wir uns alle sehnen: Friede, Wohlbefınden, Heil? Heil sein gefällt mir besonders. Nicht nur unverletzt sein, sondern mit den eigenen Wunden als heil, als ganz wahrgenommen zu werden. So wie ich bin. Mit Ecken und Macken. Frieden fınden. Ja, so soll es sein, wenn man sich begegnet, einander besucht.


    Da plötzlich fällt er mir ein, der Satz von Karl Valentin, den meine Freundin so gerne zitiert: „Heute Abend komme ich mich besuchen. Hoffentlich bin ich zu Haus“. Und ich frage mich: was braucht es eigentlich, damit ich mit mir Frieden habe? Damit ich mich selbst gut besuchen kann? Vielleicht sollte ich das tun, was ich immer mache, wenn Besuch ansteht: erst mal aufräumen und Ordnung schaffen. Dazu bietet die Fastenzeit eine echte Chance. Innerlich aufräumen, den Ballast wegwerfen, den man nicht braucht, prüfen, woran ich mein Herz fest mache, mich ganz auf Gottes Wort konzentrieren, ihm Zeit in meinem Leben geben, mir Zeit geben, in mir ruhen und einfach da sein. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Fastenzeit und Friede Ihrem Haus!

    Quelle: Gemeindeblatt der Evangelisch- reformierten Bethlehemsgemeinde. Februar–März 2017. Carolin Springer.

Worte des Monats

März 2017

Dieses Mal: Thema: Vergebung schafft wieder Platz im Herzen. Mit diesen Worten Jesu ist uns eine Hausaufgabe aufgegeben, die uns eine Menge abverlangt.

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema: Vergebung schafft wieder Platz im Herzen

    Dieses Mal von Pfarrerin Cornelia Müller

    Mit diesen Worten Jesu ist uns eine Hausaufgabe aufgegeben, die uns eine Menge abverlangt. Was Jesus da fordert, ist eigentlich eine Ungeheuerlichkeit und dürfte unsere Denkgewohnheiten so ziemlich auf den Kopf stellen: Auge um Auge, Zahn um Zahn - das ist reell. Gleiches mit Gleichem vergelten, scheint in Ordnung - obwohl es damals auch schon eine absolute Strafmilderung war. Was galt vorher: 10, 20 oder 100fache Rache? Nach dem jüdischen Gesetz sollte mit einem einfachen Ausgleich Frieden geschaffen werden. Das war schon sehr fortschrittlich, geradezu modern. Die Verschärfung, die Jesus hier seinen Zuhörern abverlangt, Vergebung - ganz umsonst - das ist schon eine Herausforderung. Deshalb hat mich die Überschrift, die ich in einer Auslegung gefunden habe, so überzeugt: Vergebung schafft wieder Platz im Herzen. Jesus geht es nicht um Gerechtigkeit oder die Reform des Rechtssystems. Jesus möchte seinen Nachfolgern helfen, mit sich selbst und Gott ins Reine zu kommen: "Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst". Dieses höchste Gebot - können wir nur befolgen, wenn wir unsren Ballast loslassen und alles Negative an Gott abgeben. Da ist dann kein Platz mehr für Groll, nachtragende Gedanken und Ärger. Das gibt wieder Raum für das Gute in unseren Herzen. Klingt einleuchtend und wie alles, was Jesus fordert, kompromisslos. Kompromisslos gut, oder?

    Quelle: Gemeindebrief Uckermark. Februar–April 2016. Pfarrerin Cornelia Müller.

Worte des Monats

April 2017

Dieses Mal mit dem Thema: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Mit diesem Zitat des Religionsphilosophen Martin Buber leitet Pfarrerin Urban eine ihrer liebsten Ostergeschichten ein, erzählt von dem Evangelisten Johannes.

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ (Zitat: Martin Buber)

    Dieses Mal von Pfarrerin Carolin Springer

    Eine meiner liebsten Ostergeschichte erzählt der Evangelist Johannes. Er erzählt von Maria: Viele Wegstrecken war sie mit Jesus gegangen. Die Begegnung mit ihm hatte damals ihr Leben verändert. Ja, man kann sogar sagen, die Begegnung mit ihm hat ihr das Leben neu geschenkt. An seiner Seite fühlte sie sich lebendig und von Gott geliebt. An seiner Seite erlebte sie die Buntheit des Lebens und die gnädige Macht Gottes. Er war ihr Gefährte geworden – oder sie die seine. Doch das war nun vorbei. Mit Karfreitag trat der Tod in ihr Leben. Alle Hoffnung, alle Lebendigkeit wichen der Trauer und Verzweiflung. Allein machte sich Maria auf dem Weg zum Grab, so erzählt es Johannes. Und was sie dort sieht, lässt sie noch tiefer in die Trauer fallen. Maria weint, das Grab ist leer, ihr Herz ist leer. Nur ein Gedanke scheint sie zu beschäftigen: Wo haben sie ihn hingebracht? Mit tränenverschwommenem Blick nimmt sie die Engel nicht wahr. Mehr noch, sie erkennt Gott nicht, erkennt Jesus nicht, der vor ihr steht. Nur ein schmerzliches Bild steht ihr vor Augen: Das Grab ist leer! – und Maria ist gefangen im Tod.

    Das, was dann passiert, rührt mich an. So zart, so fein und doch so kraftvoll. Der Auferstandene sagt nur ein Wort: Maria! – und sie erkennt, sie lebt.

    Alles wirkliche Leben ist Begegnung – Begegnen heißt, mein Gegenüber als ein ebensolches anzusehen: Von Angesicht zu Angesicht. Und ihn oder sie beim Namen zu nennen. Manchmal müssen wir uns auf den Weg machen, unsere Augen und unser Herz öffnen, um dem Leben zu begegnen. In den Begegnungen schenkt Gott uns das wirkliche Leben. Und auch wir können einander Leben schenken. Indem wir hinsehen, hingehen, ansprechen, handeln.

    Vielleicht lautet die Osterbotschaft heute für uns: „In den kleinen Begegnungen bin ich mitten unter euch. Von Mensch zu Mensch, von Angesicht zu Angesicht. Begegnet einander, dann begegnet ihr mir.“

    Quelle: Gemeindebrief Neukölln. April–Mai 2014. Pfarrerin Carolin Springer.

Worte des Monats

Mai 2017

Dieses Mal mit dem Thema: „Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar.“ (Kolosser 2,6)

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema: „Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar.“ (Kolosser 2,6)

    Dieses Mal von Pfarrer Malte Koopmann

    Die Worte des Monatsspruchs sind inhaltsschwer. Sie beschreiben nämlich Entscheidungen und den Weg von Menschen, die sich im Blick auf ihr eigenes Leben festgelegt haben. Sie haben sich für Christus Jesus entschieden, ihn angenommen. Sie haben ihr JA zu ihm und seinem Weg gesagt. Das ist eine für das eigene Leben nicht unwesentliche Entscheidung. Sie hat Konsequenzen, wenn sie den eigenen Lebensweg prägen soll. Das muss denen klar sein, die sich so entscheiden oder für andere Menschen entscheiden, die dazu selbst nicht in der Lage sind. Christsein hat immer auch mit Entscheidungen zu tun, es ist nichts Statisches, Unveränderliches.

    Die ersten christlichen Gemeinden in Kleinasien haben diese Worte des Apostels als ihren Glauben unterstützende Hinweise bekommen. Sie sollen ihnen helfen, in allen Veränderungen ihres Lebens im Glauben zu bleiben: „ ... so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, ... und seid dankbar.“ Offensichtlich sind diese Hinweise in ihrer Entstehungszeit nicht überflüssig. Schon die ersten Gemeinden werden von Auseinandersetzungen um den Glauben erschüttert. Da können die Apostelworte zur Orientierung helfen. Sie sagen deutlich, dass es unverzichtbar ist, den eigenen Glauben im gekreuzigten und auferstandenen Christus Jesus gegründet zu wissen und von ihm her zu denken und zu leben. Das war und ist auch heute nicht immer leicht. Deshalb brauchen wir wie die Christen vor fast 2000 Jahren Glaubenshilfe, die zugleich zur Lebenshilfe wird. Die Worte sind ein gutes Angebot zur Orientierung im Glauben und zum Leben. Und es ist gut, dass wir auf die Dankbarkeit als Kennzeichen christlichen Lebens hingewiesen werden.

    Quelle: Gemeindebrief Brandenburg. April 2014. Pfarrer Malte Koopmann.

    Bibelkontext: Die Auseinandersetzung mit den Gegnern

    6 Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so lebt nun auch in ihm: 7 verwurzelt in ihm und aufgebaut auf diesem Fundament, gefestigt im Glauben, so wie ihr unterrichtet worden seid, und voller Dankbarkeit. 8 Gebt acht, dass es niemandem gelingt, euch einzufangen durch Philosophie, durch leeren Betrug, der sich auf menschliche Überlieferung beruft, auf die kosmischen Elemente und nicht auf Christus. 9 Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, 10 und in ihm, der das Haupt aller Macht und Gewalt ist, habt ihr teil an dieser Fülle. 11 In ihm habt ihr auch eine Beschneidung empfangen, die nicht durch Menschenhand vollzogen wird, sondern durch das Ablegen des vergänglichen Leibes: die Beschneidung, die in Christus geschieht. 12 Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe, und mit ihm seid ihr auch mitauferweckt worden durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. 13 Euch, die ihr tot wart in euren Verfehlungen, im unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, euch hat er zusammen mit ihm lebendig gemacht, indem er uns alle Verfehlungen vergeben hat. 14 Zerrissen hat er den Schuldschein, der aufgrund der Vereinbarungen gegen uns sprach und uns belastete. Er hat ihn aus dem Weg geräumt, indem er ihn ans Kreuz heftete. 15 Die Mächte und Gewalten hat er ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt, ja im Triumphzug hat er sie mit sich geführt. 16 Darum soll niemand über euch zu Gericht sitzen in Sachen Speise und Trank, Fest, Neumond oder Sabbat; 17 das alles ist ja nur ein Schatten des Künftigen, das Wirkliche ist Christus. 18 Niemand soll euch den Siegespreis aberkennen, keiner, der sich gefällt in Demut und Engelverehrung und dem, was er als Eingeweihter geschaut hat. Ohne Grund bläht er sich auf in seinem auf das Irdische beschränkten Sinn 19 und hält sich nicht an das Haupt, von dem aus der ganze Leib, durch Sehnen und Bänder gestützt und zusammengehalten, in göttlichem Wachstum wächst. 20 Wenn ihr mit Christus gestorben und von den kosmischen Elementen befreit seid, was lasst ihr euch dann Bedingungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt? 21 ‹Das darfst du nicht anfassen, das nicht kosten, das nicht zu dir nehmen!› - 22 lauter Dinge, die doch dazu da sind, gebraucht und aufgebraucht zu werden. So lauten Gebote und Lehren, die von Menschen stammen. 23 Das sieht alles nach Weisheit aus und kommt fromm und demütig daher, um ja nicht den Leib zu schonen; sie wollen ihm nicht die Ehre erweisen und nicht der Befriedigung des Fleisches dienen.

    Kolosser 2, 6-23

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

Worte des Monats

Juni 2017

Dieses Mal mit dem Thema: Frage und Antwort Nr. 3 aus dem Heidelberger Katechismus: "Woher erkennst du dein Elend? - Aus dem Gesetz Gottes."

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema: Frage und Antwort Nr. 3 aus dem Heidelberger Katechismus: "Woher erkennst du dein Elend? - Aus dem Gesetz Gottes."

    Dieses Mal von Pfarrer Jürgen Kaiser

    Dass der Mensch von Grund auf böse ist und vollkommen unfähig, aus sich selbst heraus etwas Gutes zu tun, das ist für die Reformatoren, für Martin Luther ebenso wie für Johannes Calvin, eine essentielle Einsicht.

    Gegen solch eine scheinbar zutiefst pessimistische und pauschale Menschensicht regt sich Widerspruch. In der Tat entspricht sie zunächst nicht unserer Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Wir erleben uns selbst und die Menschen um uns herum differenziert: Nicht alles an uns ist böse, manches machen wir gut, einiges gelingt, manchmal machen wir Fehler, meist ungewollt, selten in böser Absicht. Die Wirklichkeit des Menschen ist nicht schwarz oder weiß, sie ist grau, in vielen Schattierungen. Um uns in der Gesellschaft orientieren zu können, müssen wir differenzieren. Wir können es uns gar nicht leisten, alle Menschen über einen Kamm zu scheren.

    Nach dem fulminanten Auftakt in Frage 1 nach dem einzigen Trost im Leben und im Sterben führt uns der Heidelberger Katechismus in die Erkenntnis unseres Elends und meint damit die Einsicht in die vollkommene Unfähigkeit zum Guten. Jedoch stellt er klar, dass die Erkenntnis unseres Elends nicht der Lebenserfahrung und Menschenkenntnis entspringt. Vielmehr ist es Gott, der uns durch sein Wort zu dieser Einsicht bringt. Nicht im Blick auf uns selbst erkennen wir unser Elend sondern - wie der Heidelberger Katechismus sagt - aus dem Gesetz Gottes. Das Gesetz Gottes ist Gottes Wort, und zwar dasjenige Wort, das uns sagt, was Gott von uns fordert. Das Gesetz ist nicht etwa - so ein verbreitetes Missverständnis - das Alte Testament. Was das Gesetz Gottes von uns fordert, beantwortet der Heidelberger Katechismus mit der „Summe des Gesetzes” (Matth. 22,37-40), also mit einer Kernaussage Jesu, die wie kaum eine andere Jesu Verwurzelung in der Theologie der Tora zeigt.

    Die „Summe des Gesetzes” offenbart die Totalität von Gottes Anspruch an uns: Wir sollen Gott „lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt”. Dieser Totalität können wir mit unserem bisschen Leben, das aus Halbheiten besteht und von Kompromissen lebt, nicht gerecht werden. Das ist unser Elend. Kein Elend, das vor Augen ist und an dem wir immerzu leiden, sondern ein Elend, das wir erst aus Gottes Wort erkennen. Es ist also eine Erkenntnis, die nur der Glaube realisiert, mithin ein geglaubtes Elend. Dass wir alle Sünder sind, ist nicht Erfahrung sondern Bekenntnis.

    Deshalb verzichtet der Heidelberger Katechismus darauf, das Elend auszumalen. Er weidet sich nicht an der schamvollen Erkenntnis unserer Unzulänglichkeit. Er bleibt gerade hier nüchtern und zurückhaltend.Für mich hat auch dieser Teil unseres Glaubens, die Einsicht in unser Elend, etwas Tröstliches. Sie relativiert nämlich all die Unterschiede, die wir zwischen uns machen und unter denen wir so oft leiden. Am Ende ist keiner, der nicht auf Gottes Erbarmen angewiesen wäre. Am Ende ist keiner, der es nicht nötig hätte, von Gott allein aus Gnade angenommen zu werden. Die Offenbarung unseres Elends ist die große Gleichmacherei Gottes. Sie schenkt mir einen gnädigen Blick auf mich selbst und die anderen.

    Quelle: Die Hugenottenkirche. Mai 2013. Pfarrer Jürgen Kaiser.

    Bibelkontext: Zur Frage nach dem höchsten Gebot

    34 Als aber die Pharisäer hörten, dass er die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, versammelten sie sich am selben Ort. 35 Und in der Absicht, ihn auf die Probe zu stellen, fragte ihn einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer: 36 Meister, welches Gebot ist das höchste im Gesetz? 37 Er sagte zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. 38 Dies ist das höchste und erste Gebot. 39 Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

    Matthäus 22, 34-40

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

Worte des Monats

Juli 2017

Dieses Mal mit dem Thema: Geh aus, mein Herz, und suche Freud, in dieser lieben Sommerzeit... .

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema: Geh aus, mein Herz, und suche Freud, in dieser lieben Sommerzeit...

    Dieses Mal von Vikar Gérôme Kostropetsch

    Demnächst ist Sommeranfang. So steht es im Kalender. Ich schaue aus dem Fenster und sehe schon jetzt einen Vorgeschmack auf diese Zeit: Der Himmel ist öfter von einem satten Blau durchzogen, als von einem matten Grau. Die Sonne wird kräftiger und ihre Strahlen tun mir gut. Das Wetter lädt immer mehr dazu ein, hinaus zu gehen und Gottes Schöpfung zu genießen.

    Vieles kommt mir leichter vor und ich habe den Eindruck, dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht. Auf den Straßen, in den Parks oder den Wäldern tummeln sich die Menschen. In vielen Gesichtern entdecke ich ein fröhliches Lächeln, wenn sie sich der Sonne zuneigen, die Augen leicht geschlos- sen, damit sie nicht geblendet werden. Das wohltuende Licht gibt Energie. Mir kommt der Sommergesang Paul Gerhardts in den Sinn. Die Melodie von „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (EG 503) erklingt in mir und wird regelrecht ein Ohrwurm, der mich begleitet. Paul Gerhardt beschreibt hier die Fülle der Schöpfung. Alles ist lebendig und im Einklang. Mit dem Lied in meinen Gedanken und der Freude im Herzen wird mein Blick weiter. Ich denke an den, der für all dies verantwortlich ist. Auch Gerhardts Text verweist auf ihn, auf Gott, den Schöpfer. Jedes Mal aufs Neue staune ich darüber, was Gott geschaffen hat. In Psalm 104 heißt es „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.“ Gerade in der Sommer-zeit fällt mir das besonders auf.

    Und so danke ich Gott. Danke ihm für seine Schöpfung und werde mir bewusst: Auch ich bin ein Teil davon. Ich bin dankbar für die Menschen, die mich in meinem Leben begleiten. Und ich danke ihm, dass er bei mir ist, auch in den Zeiten, die von Trauer überschattet sind und in denen ich es nicht schaffe mich an irgendetwas zu erfreuen.

    „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, dieser Aufforderung zu folgen, fällt mir gerade dann nicht immer leicht. Ich muss aufstehen, losgehen und meine Komfortzone verlassen. Nicht immer finde ich etwas, dass mich wieder aufbaut. An anderen Tagen jedoch, kann ich auch in den kleinsten Dingen, wie dem bunten Schmetterling oder dem winzigen Marienkäfer, Gottes großes Werk erkennen. Ich wünsche Ihnen eine erfüllte Sommerzeit. Hören Sie auf den Text von Paul Gerhardt, gehen Sie hinaus und suchen Sie Freude an den Gaben Gottes. Entdecken Sie, wie vielfältig die Schöpfung ist und kommen Sie ins Staunen, auch über die scheinbar kleinen Dinge.

    Quelle: Gemeindeblatt der Evangelisch- reformierten Bethlehemsgemeinde. Juni - Juli 2017. Gérôme Kostropetsch.

    Bibelkontext: Psalm 104: Wie zahlreich sind deine Werke

    1 Lobe den HERRN, meine Seele. HERR, mein Gott, du bist so gross. In Hoheit und Pracht bist du gekleidet,
    2 der du dich hüllst in Licht wie in einen Mantel, der den Himmel ausspannt wie ein Zelt,
    3 der im Wasser seine Gemächer baut, der Wolken zu seinem Wagen macht, auf Flügeln des Sturms dahinfährt,
    4 der Winde zu seinen Boten bestellt, zu seinen Dienern lohendes Feuer.
    5 Der die Erde auf ihre Pfeiler gegründet hat, dass sie niemals mehr wankt.
    6 Mit der Urflut bedecktest du sie wie mit einem Kleid, hoch über den Bergen standen die Wasser.
    7 Vor deinem Schelten flohen sie, vor deiner Donnerstimme wichen sie zurück.
    8 Sie stiegen an Bergen hinan und sanken in Täler hinab, an den Ort, den du ihnen bestimmt hast.
    9 Du hast eine Grenze gesetzt, die sie nicht überschreiten; nie dürfen sie wieder die Erde bedecken.
    10 Quellen schickt er in die Täler, zwischen den Bergen fliessen sie dahin.
    11 Sie tränken alle Tiere des Feldes, Wildesel stillen ihren Durst.
    12 An ihren Ufern wohnen die Vögel des Himmels, aus dem Gezweig erschallt ihre Stimme.
    13 Von seinen Gemächern aus tränkt er die Berge, von der Frucht deiner Werke wird die Erde satt.
    14 Gras lässt er sprossen für das Vieh und Kraut dem Menschen zunutze, damit er Brot hervorbringe aus der Erde
    15 und Wein, der des Menschen Herz erfreut, damit er das Angesicht erglänzen lasse von Öl und Brot das Herz des Menschen stärke.
    16 Die Bäume des HERRN trinken sich satt, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat;
    17 dort nisten die Vögel, der Storch hat in den Zypressen sein Haus.
    18 Die Gebirge gehören den Steinböcken, die Felsen bieten den Klippschliefern Zuflucht.
    19 Er hat den Mond gemacht zur Bestimmung der Zeiten, die Sonne, die ihren Untergang weiss.
    20 Du bringst Finsternis, und es wird Nacht, in ihr regen sich alle Tiere des Waldes.
    21 Die Löwen brüllen nach Beute und fordern von Gott ihren Frass.
    22 Strahlt die Sonne auf, ziehen sie sich zurück und lagern in ihren Verstecken.
    23 Der Mensch geht hinaus an sein Werk, an seine Arbeit bis zum Abend.
    24 Wie zahlreich sind deine Werke, HERR. Du hast sie alle in Weisheit gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
    25 Da ist das Meer, so gross und so weit, darin ein Gewimmel ohne Zahl, Tiere gross und klein.
    26 Schiffe ziehen dahin, der Leviatan, den du gebildet hast, um mit ihm zu spielen.
    27 Sie alle warten auf dich, dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
    28 Gibst du ihnen, so sammeln sie ein, tust du deine Hand auf, so werden sie satt von Gutem.
    29 Verbirgst du dein Angesicht, erschrecken sie, nimmst du ihren Atem weg, kommen sie um und werden wieder zu Staub.
    30 Sendest du deinen Atem aus, werden sie erschaffen, und du erneuerst das Angesicht der Erde.
    31 Ewig währe die Herrlichkeit des HERRN, der HERR freue sich seiner Werke.
    32 Er blickt die Erde an, und sie erbebt, er rührt die Berge an, und sie rauchen.
    33 Ich will dem HERRN singen mein Leben lang, will meinem Gott spielen, solange ich bin.
    34 Möge mein Dichten ihm gefallen, ich freue mich des HERRN.
    35 Mögen die Sünder verschwinden von der Erde und die Frevler nicht mehr sein. Lobe den HERRN, meine Seele. Hallelujah.

    Psalter 104, 1-35

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

Worte des Monats

August 2017

Dieses Mal mit dem Thema: Reformationsjubiläum. Wenn ich jetzt aber nach Sachsen-Anhalt einfahre, lese ich "Ursprungsland der Reformation“.

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema: „Reformationsjubiläum“ auf „reformiert“

    Dieses Mal von Pfarrer Malte Koopmann

    Wie gut, dass ich bald wieder im Land der Ausge- schlafenen bin! dachte ich immer wieder, wenn ich auf der Autobahn Richtung Brandenburg durch Sachsen-Anhalt fuhr. Und: Muss ich jetzt eigentlich umziehen, wenn ich als Frühaufsteher in Branden- burg wohne? Oder mit meinem Freund Peter aus Magdeburg die Wohnung tauschen, der immer erst gegen 10 Uhr wirklich ansprechbar ist? Wenn ich jetzt aber nach Sachsen-Anhalt einfahre, lese ich da etwas anderes: „Ursprungsland der Reformation“ steht seit einer Weile auf den Schildern an der Landesgrenze. Darüber lohnt sich das Nachdenken ja noch mehr als über das Früh- aufstehen. Vor allem für „uns Reformierte“...

    Zuerst ist da natürlich Freude. Freude darüber, dass das Thema „Reformation“. 500 Jahre nach der Thesenveröffentlichung Luthers in Wittenberg eine so große und gesamtgesellschaftliche Rolle spielt. Nicht nur am 31. Oktober, der in diesem Jahr in allen Bundesländern ein arbeitsfreier Reformationstag sein wird, sogar in Berlin und Bayern (wenn auch leider nur einmalig). Auch nicht nur beim 36. Deutschen Evange- lischen Kirchentag, der sich in diesem Jahr in gleich drei Bundesländern abspielen wird. Sondern auch in zahllosen Beiträgen in den Medien, von den gedruckten über Radio oder Fernsehen bis hin zum Internet sowie in gesellschaftspolitischen Dis- kussionen, Veranstaltungen und Festakten. Dafür ist dieses Schild an den Autobahnen ein deutlich sichtbares Zeichen, und dass ich in einem Land lebe, in dem das in diesem Maße möglich ist, macht mich als „gelerntem DDR-Bürger“ froh und dankbar. Es ist ja wirklich bereichernd, sich den Themen der Reformation zu widmen, auch außerhalb der Kirchen. Zum Beispiel wenn man sich mit der Herausbildung der Deutschen Schrift-Sprache beschäftigt und der Rolle, die Martin Luther dabei gespielt hat, insbesondere mit seiner Übersetzungsarbeit an der Bibel. Oder mit den Rollen von Frau und Mann in Kirche und Gesellschaft, die sich seit seiner Heirat mit der Nonne Katharina von Bora stark verändert haben. Oder mit der Entstehung von Schulen, die Herzensangelegenheit gerade Philipp Melanchtons war. Oder mit der Medien- revolution, die durch die Entstehung der Buchdruckkunst die damalige Welt mindestens genauso stark verändert hat wie in unserer Zeit die Entwicklung des Internet.

    Dabei ist auch das Nachdenken über die theologischen Kernfragen von damals ein Gewinn, selbst für Menschen, die den Kirchen distanziert gegenüberstehen. Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ entwickelt ein Freiheitsverständnis, das noch heute für unsere Gemeinschaft in Europa und der Welt richtungsweisend ist. Sein Ringen um die Frage nach Rechtfertigung ist auch für viele Menschen heute existenziell auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens und Sterbens, und Luthers Wiederentdeckung der Bedeutung der Liebe und Gnade Gottes wurde nicht nur zum Schlüssel evangelischen Bibellesens, sondern beschreibt das elementarste Grund- bedürfnis aller Menschen, solange diese Welt sich dreht - um nur einige Beispiele zu nennen. All das und viel mehr können die Feiern rund um das Reformationsjubiläum neu oder intensiver ins Gespräch bringen. Andererseits birgt die Konzentration auf das Geschehen in Wittenberg und die Person Martin Luthers die Gefahr einer gewissen Engführung. Denn die Reformation, über die wir in diesem Jahr nachdenken, hat ihre Ursprünge ganz sicher nicht einfach nur in Wittenberg und Luther. Das wird deutlich, wenn man das Wirken beispielsweise von John Wyclif in England oder Jan Hus in Böhmen betrachtet, die lange vor Luther lebten. Oder wenn man an Huldrych Zwingli oder Johannes Calvin denkt, deren Theologie wie die Luthers unser Gemeindeleben mit prägt. Wenn man außerdem davon ausgeht, dass jede Gründung einer selbständigen christlichen Kirche im Kern etwas mit „reformieren“ zu tun hat, gibt es ja nicht „die“ Reformation, nicht einmal die“ evangelische Kirche. So arbeiten inzwischen im Ökumenischen Rat der Kirchen neben den großen Kirchen evangelischer Tradition (Lutheraner, Reformierte, Methodisten, Baptisten u.a.) auch anglikanische, altkatholische, orthodoxe oder alt- orientalische Kirchen zusammen (die katholische Kirche hat hier zumeist einen Beobachterstatus). Das wird uns Reformierten aber nicht die Jubiläumslaune verderben. Ganz im Gegenteil. Denn wir können weiter dazu beitragen, dass die evangelische Welt“ so vielfältig bleibt, dass möglichst viele Christen hier Heimat finden können.

    Quelle: Gemeindebrief Brandenburg. Juni August 2017. Pfarrer Malte Koopmann.

Worte des Monats

September 2017

Dieses Mal mit dem Thema: Gott gab uns Zeit. Von Eile war keine Rede. Vom Abwarten auch nicht.

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema:Gott gab uns Zeit. Von Eile war keine Rede. Vom Abwarten auch nicht.

    Dieses Mal von Pfarrer Malte Koopmann

    Als wir Menschen noch eine Lebenserwartung von durchschnittlich 40 Jahren hatten, war „Abwarten“ nicht angesagt. Da mussten Entscheidungen her. Wer eine Familie gründen und gar noch Enkel erleben wollte, der durfte nicht lange zögern. Wer seinen Beruf genauso meisterhaft erlernen wollte wie Mutter oder Vater, musste früh damit anfangen. Nun aber hat sich unsere statistische Lebenserwartung mehr als verdoppelt, und die „Eile“ früherer Genrationen scheint überflüssig.

    Familie gründen, Kinder kriegen, Heiraten? „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Bessres findet.“ Mit 60 begänne bei Männern erst das religiöse Alter, hört man aus Psychologenkreisen (na, dann habe ich ja noch ein paar Jahre). Die Tatsache, dass wir immer länger leben, scheint doch mehr Probleme mit sich zu bringen, als wir in unseren Rentenkassen wahrnehmen können. Dazu kommt, dass das Sterben kaum noch in unseren Wohnungen stattfindet, sondern an eigens dafür hergerichteten Orten außerhalb. In Krankenhäusern, Heimen, Hospizen. Unsere Toten verschwinden uns aus den Augen in die Dunkelheit der Kühlräume. Aufgebarte Familienangehörige in Wohnräumen, in denen sich Familie und Freunde, Erwachsene und Kinder von ihren Verwandten oder Freunden verabschieden, wurden schon während meiner Kindheit eine Seltenheit. Darum haben immer mehr Menschen unter 50 noch nie selbst einen toten Menschen gesehen, kennen Tote nur noch aus dem Fernsehen. Da aber sind sie oft schon wieder auferstanden und quicklebendig, wenn man einfach nur ins nächste Programm schaltet. Und kommen sie in den Nachrichten doch einmal zu nah, kann man einfach abstellen. So wird das Gefühl immer stärker, eigentlich alle Zeit der Welt zu haben, jetzt schon „ewig“ zu leben, und die Rede vom „rechten Zeitpunkt“ verhallt leise und unverstanden.

    Der Gegenpol: Stete Lebenshast. Wie diese Geschichte aus einem Kloster erzählt: „Ein Novizenmeister wurde von einem bekümmerten Mönch gefragt: Wie machst du das, immer so aufmerksam vor Gott und den Menschen zu sein? Der Meister antwortete: Ich bin einfach nur ganz gegenwärtig. Der Mönch erwiderte: Das versuche ich doch auch. Nein, entgegnete der Meister, wenn du aufstehst, dann gehst du schon. Und wenn du zum Stundengebet gehst, dann rennst du. Und wenn du in der Kapelle bist, denkst du schon an die Arbeit. Und wenn du bei der Gartenarbeit bist, denkst du an die Studienstunde. Und wenn du bei den Studien angelangt bist, sehnst du dich nach der Mittagspause. Und wenn du isst, dann schläfst du schon. Du kannst Gott nicht begegnen, weil du in deiner Eile den Augenblick vermeidest.

    Darum: Wenn du gehst, dann geh. Wenn du betest, dann bete. Wenn du arbeitest, dann arbeite und wenn du lachst, dann lach. Sei nur ganz in dem, was du gerade tust, so wirst du die Gnade Gottes empfangen.“ Also: Nicht nur das Abwarten, sondern auch die Eile birgt ein Risiko. Das Risiko, den Augenblick gering zu schätzen und mit ihm das, was Gott für ihn bereithält.
    Paulus wirbt für das JETZT. Für ein Ende der Eile UND des Abwartens. „Seht doch: Jetzt ist die Zeit der Gnade! Begreift doch: Heute ist der Tag der Rettung!“ ( 2. Kor 6, 2b, Neue Genfer Übersetzung.) Kurz vor dem Ewigkeits- sonntag, konkret in der drittletzten Woche des Kirchenjahres, diese Ausrufe- zeichen als Wochenspruch. Jetzt! Heute! Worauf wartest du? Auf die Ewigkeit? Du willst doch Deine Erlösung nicht verschieben? Dann verschiebst du auch dein Leben! Denn jetzt hat Gott Gnade und Rettung für dich. Heute kannst du mit Gott leben. Du brauchst nicht auf einen anderen Zeitpunkt zu warten, der doch niemals wirklich besser sein wird. So zu leben, wie Jesus Christus gelebt hat: Voller Leidenschaft für die Menschen, die ihm begegnen. Mit Gnade, die keine Altlast zum Hindernis werden lässt. Mit der Rettung jeden Lebens, das nicht mehr auf „bessere Tage“ warten mag. Das Beste, was der Tag heute bereithält, ist ein Leben mit Gott. Wozu also warten? Warum vorbeieilen?

    Quelle: Gemeindebrief Brandenburg. September 2017. Pfarrer Malte Koopmann.

    Bibelkontext: Der zweite Brief an die Korinther: Die Kraft Gottes

    1 Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch auch: Empfangt die Gnade Gottes nicht vergeblich!
    2 Denn es heisst: Zu willkommener Zeit habe ich dich erhört, und am Tage der Rettung habe ich dir geholfen. Jetzt ist sie da, die ersehnte Zeit, jetzt ist er da, der Tag der Rettung.

    Die Kraft Gottes: 3 Mit nichts wollen wir Anstoss erregen, damit der Dienst nicht in Verruf komme; 4 vielmehr stellen wir uns ganz und gar als Gottes Diener zur Verfügung: mit grosser Ausdauer, in Bedrängnis, in Not und in Ängsten; 5 unter Schlägen, im Gefängnis, in unruhigen Zeiten, in Mühsal, in durchwachten Nächten und beim Fasten; 6 in Reinheit, in Erkenntnis, in Geduld, in Güte, im heiligen Geist, in ungeheuchelter Liebe, 7 im Wort der Wahrheit und in der Kraft Gottes; mit den Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und in der Linken, 8 ob wir anerkannt oder abgelehnt, verleumdet oder gelobt werden! Wie Verführer sind wir, und doch wahrhaftig, 9 wie Unbekannte, und doch wohlbekannt, wie Sterbende, und seht: wir leben, wie Gezüchtigte, und doch nicht dem Tod geweiht, 10 wie Trauernde, doch stets voller Freude, wie Bettler, die dennoch viele reich machen, wie Besitzlose, die alles besitzen.

    2. Korinther 6, 1-10

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

Worte des Monats

Oktober 2017

Dieses Mal mit dem Thema: Ein starkes Gefühl; FREUDE.

  • offenes Buch
  • Über die Worte

    Diese neue Sektion auf der Seite des Reformierten Kirchenkreises widmet sich den Mitgliedern, die in den Gemeinden interessante Texte veröffentlichen. Beginnen möchten wir mit den Geistlichen. Jeden Monat veröffentlichen sie interessante Texte in den jeweiligen Gemeindebriefen. Wir möchten diese hier besonders herausheben, ihnen ein kleines Forum geben, so dass sie alle Interessierten schnell finden, lesen, und sich ihre Gedanken machen können.

  • WORTE

    Thema: Dieses Mal mit dem Thema: Ein starkes Gefühl; FREUDE.

    Dieses Mal von Vikar Gérôme Kostropetsch

    Im Monatsspruch für Oktober hören wir von einem starken Gefühl: Freude.
    Von der Freude über die ganz kleinen und unscheinbaren Dingen, bis hin zu großen und unverhofften Überraschungen - über was und wie sehr ich mich freue, kann ganz unterschiedlich sein. Egal worüber ich mich freue, Freude hat etwas kraftvolles und belebendes. Freude verfliegt meist nicht so schnell, sondern hält an. Außerdem können andere von meiner Freude angesteckt werden und ich kann sie teilen. „Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“ Dieser Vers bildet den Abschluss eines Gleichnisses. Jesus spricht von einer Frau, die zehn Silbergroschen hat und einen davon verliert. Nachdem die Frau ihr ganzes Haus abgesucht hat, findet sie schließlich den einen kleinen Silbergroschen. Ihre Freude ist so groß, dass sie ihren Freund_innen und Nachbar_innen davon erzählt. So überschwänglich die Freude dieser Frau ist, so sei auch die Freude Gottes über einen Menschen, der zu ihm zurückfindet. Hintereinander in drei Gleichnissen berichtet Jesus im Lukasevangelium von dem Verlorenen, das wiedergefunden wurde, von dem Verlorenen, der zurückgekehrt ist.

    Der Mensch der gesündigt hat, der einen Fehler begangen hat und sich nun allein und verlassen fühlt, darf zu Gott zurückkehren. Egal wie tief das Loch ist, in dem ich sitze, Gott sucht mich. Er ist geduldig und will mir den Weg zu ihm zeigen. Er wartet auf mich. Doch der Weg zurück in Gottes Hand ist ein schwerer Weg. Der Weg ist schwer, weil ich zu mir selbst ehrlich sein muss. Ich muss auf mich schauen und mir eingestehen, wo ich Fehler gemacht habe, wo ich Gottes Weisungen missachtet habe oder wo ich andere verletzt habe. Doch am Ende dieses Bußweges steht die Hoffnung. Gott ist da, empfängt mich mit offenen Armen und voller Freude. Auch seine Freude ist ansteckend, so dass alle Engel im Himmel sich mit ihm Freuen. Immer wieder gibt es diesen Grund zur Freude. Menschen finden zu Gott, lassen sich taufen, treten wieder in die Kirche ein, bereuen ihre Sünden und erhalten die Vergebung Gottes. Tag für Tag fangen Menschen neu an mit Gott zu Leben.
    Welch eine Freude!

    Lassen Sie sich mit hineinnehmen in die Freude Gottes über das Verlorene, das wiedergefunden wurde.

    Vikar Gérôme Kostropetsch

    Quelle: Gemeindeblatt der Evangelisch- reformierten Bethlehemsgemeinde. Oktober - November 2017. Gérôme Kostropetsch.

    Bibelkontext: Psalm 104: Wie zahlreich sind deine Werke

Sitemap

Logokirchenkreis Berlin Brandenburg Schlesische Oberlausitz EKBO Marke