Zwingli, Huldrych (1484–1531)

Huldrych Zwingli war Reformator in Zürich. Die schweizerische Reformation entwickelte sich parallel zur deutschen aus dem sehr freiheitsbetonten schweizerischen Humanismus. Ihr erster Repräsentant war Zwingli. Sein Reformationswerk war streng biblisch begründet und von Anfang an mit sozialen Reformen verbunden; es wurde von den Räten der Stadt mitgetragen und gefördert. Da es zu politischen Auseinandersetzungen mit den innerschweizerischen Kantonen führte, kam es zu Kriegen. In einem solchen fiel Zwingli 1531.

Die 67 Thesen, die Huldrych Zwingli zur ersten Zürcher Disputation im Jahre 1523 mitbrachte, können als erstes evangelisch-reformiertes Bekenntnis angesehen werden. 1530 reichte Zwingli die Fidei ratio (Rechenschaft über den Glauben) auf dem Augsburger Reichstag als Bekenntnis ein. Verhandelt wurde es auf dem Reichstag aber wahrscheinlich nicht. Die Fidei ratio ist angelehnt an das Apostolische Glaubensbekenntnis und fasst die christliche Lehre evangelisch-reformierter Prägung zusammen. Die Fidei ratio bezieht Stellung gegen den Katholizismus und das Luthertum. Zwingli verwarf die leibliche Gegenwart Christi beim Abendmahl und stellte sich damit im Streit um die Bedeutung des Abendmahls gegen Luther, der von einer Präsenz Christi beim Abendmahl (Konsubstantiation) ausging. Zwingli sah in Brot und Wein beim Abendmahl äußere Zeichen, die daran erinnern, dass Christus seinen Leib und sein Blut hingegeben hat. Christus ist beim Abendmahl im Glauben und nicht in den Elementen präsent.

Huldrych Zwingli und sein Kreis übersetzten seit 1524 verschiedene Teile der Bibel. Die Übersetzung ist als Zürcher Bibel mehrfach überarbeitet heute noch in Gebrauch.

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