SERIE - Pflanzen in der Bibel

Der Olivenbaum

Der Ölbaum ist einer der bedeutungsvollsten und symbolträchtigsten Pflanzen in der Bibel. Er ist wohl einer der ältesten Kulturpflanzen überhaupt.

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  • Serie Pflanzen in der Bibel - Der Olivenbaum (olea europaea)

    Der Ölbaum ist einer der bedeutungsvollsten und symbolträchtigsten Pflanzen in der Bibel. Er ist wohl einer der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Seine Frucht und das Öl, das daraus gewonnen wird ist ein kultureller Bestandteil dieser Zeit und essentielles Produkt der Menschen. Auch die symbolische Bedeutung des Zweiges der Frucht, der Ölbaumzweig, ist bis heute im kulturellen Gedächtnis erhalten, da es Frieden und neues Leben bedeutet, wie es in der Genesis und der Flut zum ersten Mal zum Ausdruck kommt.

    11 Und die Taube kam um die Abendzeit zu ihm zurück, und sieh da, sie hatte ein frisches Ölblatt in ihrem Schnabel. Da wusste Noah, dass sich das Wasser von der Erde verlaufen hatte. 12 Hierauf wartete er noch weitere sieben Tage, dann liess er die Taube hinaus, und sie kehrte nicht mehr zu ihm zurück.

    Genesis 8, 11-12

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Im 5. Buch Mose, in den "Geboten der Menschlichkeit" wird dieser immergrünen Baum bildhaft verglichen mit der Rechtschaffenheit des Einzelnen. Gebote der Menschlichkeit

    20 Wenn du deinen Ölbaum abklopfst, sollst du danach nicht die Zweige absuchen; dem Fremden, der Waise und der Witwe soll es gehören. 21 Wenn du in deinem Weinberg Lese hältst, sollst du keine Nachlese halten. Dem Fremden, der Waise und der Witwe soll es gehören. 22 Und du sollst daran denken, dass du Sklave gewesen bist in Ägypten; darum gebiete ich dir, dass du so handelst.

    Deuteronium 24, 20-24

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Das Öl für das Licht, gewonnen aus der Frucht des Olivenbaumes, sollte eine besonderen Reinheitsgrad haben, und wurde zur Ehre des Herrn als Brennstoff für die Lampen verwendet, die vor dem Tempel stehen sollten.

    20 Du aber gebiete den Israeliten, dass sie dir reines, gestossenes Olivenöl bringen für das Licht, damit man ständig eine Lampe aufstellen kann. 21 Im Zelt der Begegnung, ausserhalb des Vorhangs, der vor dem Zeugnis ist, sollen Aaron und seine Söhne sie bereitstellen, damit sie vom Abend bis zum Morgen vor dem HERRN brennt, als ewige Ordnung bei den Israeliten von Generation zu Generation.

    Exodus 27, 20-22

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Der Ölbaum, respektive der Berg auf denen diese stehen und der Garten am Fuß dieses Berges, spielen in zentralen Stationen im Leben Jesu eine wichtige Rolle. So zog Jesus vom Ölberg aus in Jerusalem ein (Lukas 19,28–40). Hier hielt er seine Endzeitrede (Markus 13,3-37), hier wurde er im Garten Gethsemane, der nach einer ehmaligen Ölpresse benannt ist, von der jüdischen Tempelpolizei verhaftet und zur Verurteilung durch den Hohen Rat und Pilatus abgeführt (Markus 1426-52). Schließlich fuhr er von Ölberg in nach seiner Auferstehung den Himmel auf (Lukas 24,40).

    In der katholischen Kirche findet das Ölivenöl bei der Spendung der Sakramente, Taufe, Firumg, Priesterweihe, Krankensalbung auch heute noch Verwendung.

    Links

    Wikipedia - Der Olivenbaum
    Bibelgarten - Der Olivenbaum
    Bibelwerk - Olivenbaum

SERIE - Pflanzen in der Bibel

Die Dattelpalme

Die Dattelpalme (phoenix dactylifera) gibt es im Vorderen Orient als Nutz- und Kulturpflanze etwa seit dem 3. Jt. v. Chr..Kaum eine andere Pflanzenart wird in der Bibel so oft erwähnt wie sie.

  • Palmenblatt Großaufnahme
  • Serie Pflanzen in der Bibel - Die Dattelpalme (phoenix dactylifera)

    Die Dattelpalme (phoenix dactylifera) gibt es im Vorderen Orient als Nutz- und Kulturpflanze etwa seit dem 3. Jt. v. Chr..Kaum eine andere Pflanzenart wird in der Bibel so oft erwähnt wie sie. Allein daran kann man ermessen, welche kulturelle und landwirtschaftliche Bedeutung dieser Baum für die Hebräer hatte, war sie doch im Heiligen Land eine vertraute Erscheinung, wichtigster Obstbaum, und Lieferant für Baustoffe und zum Schmücken. So tragen einige Bäume über ihre Lebensdauer von etwa 80 bis 100 Jahren alle zwei Jahre bis zu 100 Kilogramm Früchte. Die Palme ist ein wahres Multitalent, so wird das Pflanzenherz als Palmkohl verzehrt, getrocknete Blätter als Viehfutter verwendet, die festen Blätter zum Dachdecken verwendet, und nicht zuletzt dienen die Stämme als Bau- und Brennmaterial. Diese Vielfalt erklärt die tiefe kulturelle Verwurzelung des Gewächses zu den Menschen und Städten. So trägt zum Beispiel die Stadt Jericho schon in der Bibel den Beinamen "Die Palmenstadt".

    1 Und Mose stieg aus der Wüste von Moab auf den Berg Nebo, auf den Gipfel des Pisga gegenüber von Jericho. Und der HERR liess ihn das ganze Land sehen, von Gilead bis nach Dan, 2 ganz Naftali und das Land Efraims und Manasses und das ganze Land Judas bis an das westliche Meer, 3 den Negev und die Ebene des Jordan, die Talebene von Jericho, der Palmenstadt, bis nach Zoar. 4 Und der HERR sprach zu ihm: Dies ist das Land, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Deinen Nachkommen will ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen schauen lassen, aber du wirst nicht dort hinüberziehen.

    Deuteronium 34, 1-4

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Die immergrüne Palme ist ein Zeichen der Fruchtbarkeit, den wo es Palmen gibt, da gibt es auch Wasser und Nahrung. Das haben auch die Israeliten erfahren als sie nach dem Auszug aus Ägypten durch die kargen Wüsten wanderten und immer Ausschau nach den lebensspendenen Oasen halten mussten.

    9 Und von Mara zogen sie weiter und kamen nach Elim. In Elim aber waren zwölf Wasserquellen und siebzig Palmen, und sie lagerten dort.

    Numeri 33, 9

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Gerade wegen ihrer Vielseitigkeit kommt die Palme auch als verziehrender Schmuck, in Tempelanlagen und Palästen, in vielen Stellen der Bibel vor. So hat König Salomon, als er zu Ehren Gottes in seinem vierten Herrschaftsjahr den Tempel hat bauen lassen, unter anderem auch Palmen zur Verzieherung des Tempels eingesetzt.

    29 Und alle Wände des Hauses versah er rundum mit Schnitzereien, mit geschnitzten Verzierungen, Kerubim, Palmen und Blütenkelchen, im Inneren und auch aussen. 30 Und auch den Boden des Hauses überzog er mit Gold, im Inneren und auch aussen. 31 Und für den Eingang in den hinteren Raum fertigte er Türen aus Ölbaumholz an; die Torpfeiler, die Türpfosten, fünfeckig. 32 Und die beiden Türflügel waren aus Ölbaumholz, und er versah sie mit Schnitzereien, Kerubim und Palmen und Blütenkelchen, und er überzog sie mit Gold; das Gold aber liess er über die Kerubim und auf die Palmen hämmern. 33 Und ebenso machte er für den Eingang des Hauptraums Türpfosten aus Ölbaumholz, viereckig, 34 und zwei Türen aus Wacholderholz; die beiden Flügel der einen Tür waren drehbar, und auch die beiden Flügel der zweiten Tür waren drehbar. 35 Und in diese schnitzte er Kerubim, Palmen und Blütenkelche und überzog sie mit Gold, das der Form des Eingeritzten angepasst war.

    1. Könige 6, 29-35

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Auch bei religiösen jüdischen Festen ist die Palme integraler Bestandteil. So ist die Palme einer der Bäume aus denen die Hütte selbst erbaut wurde, aber ist sie auch Teil des Feststraußes für den Gottesdienst.

    15 ... Und man liess einen Aufruf durch alle ihre Städte und durch Jerusalem ergehen: Geht ins Gebirge, und holt Zweige vom Ölbaum und Zweige vom wilden Ölbaum und Zweige von Myrte und Zweige von Palmen und Zweige von dicht belaubten Bäumen, um Hütten zu machen, wie es geschrieben steht. 16 Da zog das Volk hinaus und brachte sie, und sie machten sich Hütten, jeder auf seinem Dach und in ihren Höfen und in den Vorhöfen des Hauses Gottes und auf dem Platz am Wasser-Tor und auf dem Platz am Efraim-Tor. 17 Und die ganze Versammlung, alle, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, machten Hütten und wohnten in den Hütten.

    Nehemia 8, 15-17

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Die Palme ist eine von den „Vier Arten“ von Pflanzen bei denen Psalmen gesungen wurden und die mit Regen, respektive Wasser in Verbindung gebracht werden. Auch im Neuen Testament wird diese Verbindung zwischen den Laubhüttenfest und Wasser von Jesus selbst gemacht.

    37 Am letzten, dem grossen Tag des Festes aber stand Jesus da und rief: Wenn jemand Durst hat, komme er zu mir und trinke!

    Johnannes 7, 37

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Die Palme, die zum Ritus, als auch als Verziehrung dient, kommt auch zur Geltung als Jesus zum letzten Mal in Jerusalem einzog. Ihm wurde zugewedelt und Palmzweige auf den Weg gelegt.

    12 Als am Tag darauf die grosse Volksmenge, die zum Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, 13 nahmen sie die Palmzweige und zogen hinaus, ihn zu empfangen, ...

    Johannes 12, 12-13

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    So nützlich und vielseitig die Palme als Nutzträger ist, so vielseitig ist sie auch in ihrer symbolischen Bedeutung. Als Symbol, der Fruchtbarkeit, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit (Psalm 92,13), für Sieg und Frieden (Offenbarung 7,9), und schließlich Schönheit (Hohelied 7,8), ist sie omnipräsent.

    Links

    Wikipedia - Die Datttelpalme
    Bibelwerk - Die Dattelpalme
    Religionslexikon - Die Dattelpalme
    Bibelkommentare - Die Dattelpalme
    Wikipedia - Das Laubhüttenfest

SERIE - Pflanzen in der Bibel

Der Maulbeerfeigenbaum und seine Früchte

Der Maulbeerfeigenbaum (ficus sycomorus) ist im Heiligen Land seit etwa 5000 Jahren bekannt und neben dem Olivenbaum eine der bedeutensten Nutzpflanzen. Auch wenn die Dattelpalme die Pflanzenart ist, die in der Bibel am häufigsten erwähnt wird, ist diese Pflanze die erste, die Erwähnung findet.

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  • Serie Pflanzen in der Bibel - Der Maulbeerfeigenbaum (ficus sycomorus) und seine Früchte

    Die Feige ist eine Pflanze, die viele Arten und Gattungen umfasst. Bäume, Sträucher und Lianen und Epiphyten gehören unter anderem dazu. Seinen Ursprung haben diese Gewächse in Asien. Auch haben sich einige der Pflanzen in unser Zimmer geschlichen. Darunter ist z.B. die Birkenfeige (ficus benjamina) oder der Gummibaum (ficus elastica).

    Die Pflanze bei der es in der Bibel geht, handelt es sich um die Maulbeerfeige. Maulbeerfeigen sind große Bäume, die etwa zwischen 10 und 15 Meter Höhe haben können. Auf ihrer Spitze befindet sich eine mächtige Baumkronedie einen Umfang bis zu 25 Meter erreichen kann. Typisch für ihre Blätter sind die etwa handflächengroßen, tief gelappten Blätter. Mehrmals im Jahr kann dieser Baum Früchte tragen, so dass mehrmals im Jahr geerntet werden kann und reife und unreife Früchte nebeneinander hängen. Ebenso wie seine Vielseitigkeit in der Gattung, ist es der Gebrauch der Früchte. Sie werden entweder frisch, getrocknet oder geröstet gegessen, zu köstlichen Kuchen können sie verbacken (1 Sam 25,18) werden oder sogar zu Alkohol vergoren werden. Das hebräische Wort für Feige ist "feg", davon abgeleitet ist die lateinische Bezeichnung ficus. Ein anderes Wort für den Maulbeerfeigenbaum ist auch Sykamore. Mit den Pilgern ist das Wort "sycamore" auch in die Neue Welt gebracht worden, wo es seine Bedeutung, z.B. botanisch geändert hat, da es die einheimischen Platanengewächse bezeichnet. Ebenso gibt es unzählige Städte in den Vereinigten Staaten die den Namen der ersten Pflanze, die in der Bibel erwähnt wird enthalten.

    Es ist das Feigenblatt das seine Erwähnung in der Genesis findet. Mit ihm bedecken sich der Adam und die Eva der Menschheit, als sie die Früchte von dem verbotenen Baum essen und sie sich ihrer Scham bewusst werden.

    1 Die Schlange aber war listiger als alle Tiere des Feldes, die der HERR, Gott, gemacht hatte, und sie sprach zur Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? 2 Und die Frau sprach zur Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen. 3 Nur von den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens hat Gott gesagt: Ihr dürft nicht davon essen, und ihr dürft sie nicht anrühren, damit ihr nicht sterbt. 4 Da sprach die Schlange zur Frau: Mitnichten werdet ihr sterben. 5 Sondern Gott weiss, dass euch die Augen aufgehen werden und dass ihr wie Gott sein und Gut und Böse erkennen werdet, sobald ihr davon esst. 6 Da sah die Frau, dass es gut wäre, von dem Baum zu essen, und dass er eine Lust für die Augen war und dass der Baum begehrenswert war, weil er wissend machte, und sie nahm von seiner Frucht und ass. Und sie gab auch ihrem Mann, der mit ihr war, und er ass. 7 Da gingen den beiden die Augen auf, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Und sie flochten Feigenblätter und machten sich Schurze.

    Genesis 3, 1-7

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Plinius schreibt in seiner Enzyklopädie des gesamten naturkundlichen Wissen des Altertums "Naturalis Historia" über das Ritzen der Frucht, auf dass sie dadurch besser reifen konnte. Dass dies eine veritable Tätigkeit war, zeigt die Bibelstelle im Buch Amos. Bevor er von Gott berufen wurde, lebte er von der Land- und Viehwirtschaft, und züchtete wohl Maulbeerbäume. In seinen Reden drohte er das göttliche Gericht an.

    Daraufhin sprach Amos zu Amazja: Ich bin kein Prophet, und ich bin kein Schüler eines Propheten, sondern ich bin ein Viehhirt und ritze Maulbeerfeigen.

    Amos 7, 14

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Im Heiligen Land und Nordafrika waren die Bäume zwar zahlreich, aber trotzdem sehr wertvoll. Da das Holz sehr hart und haltbar war, verwendeten schon die Ägypter es zur Herstellung von Sarkophagen. Auch als Konstruktionsmaterial für Dächer war es ein beliebtes Holz. Um den Pharao zu bestrafen zerstörte Gott deshalb die wertvollen Bäume mit einem Gewitter. Im Alten Testament wird davon erzählt dass die Bäume im Land der Philister, dass zwischen dem Bergland Judäas und der Mittelmeer-Küstenebene liegt, so wertvoll waren, dass sie der königlichen Verwaltung unterstanden und extra bewacht wurden.

    Ziegelmauern sind gefallen, mit Quadersteinen werden wir bauen; Maulbeerfeigenbäume wurden abgehauen, durch Zedern werden wir sie ersetzen.

    Jesaja 9, 9

    Er zerschlug mit Hagel ihren Weinstock und ihre Maulbeerbäume mit Gewitter.

    Psalter 78, 47

    Und über die Ölbäume und Maulbeerbäume in der Schefela hatte Baal-Chanan, der Gederiter, die Aufsicht, und über die Ölvorräte Joasch.

    Psalter 78, 47

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Im sonnigen und heißen Palestina pflanzte man die Bäume gerne als Schattenspender am Straßenrand. Diesen nutze ein kleingewachsener Zöllner namens Zachäus, um Jesus beim Einzug nach Jericho sehen zu können.

    1 Und er kam nach Jericho und zog durch die Stadt. 2 Und da war ein Mann, der Zachäus hiess; der war Oberzöllner und sehr reich. 3 Und er wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus sei, konnte es aber wegen des Gedränges nicht, denn er war klein von Gestalt. 4 So lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn sehen zu können; denn dort sollte er vorbeikommen. 5 Als Jesus an die Stelle kam, schaute er nach oben und sagte zu ihm: Zachäus, los, komm herunter, denn heute muss ich in deinem Haus einkehren. 6 Und der kam eilends herunter und nahm ihn voller Freude auf. 7 Und alle, die es sahen, murrten und sagten: Bei einem sündigen Mann ist er eingekehrt, um Rast zu machen. 8 Zachäus aber trat vor den Herrn und sagte: Hier, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, Herr, und wenn ich von jemandem etwas erpresst habe, will ich es vierfach zurückgeben. 9 Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen zu suchen und zu retten, was verloren ist.

    Lukas 19, 1-10

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Die Symbolhaftigkeit des Maulbeerfeigenbaums in der Bibel erklärt sich aus seiner Alltagsbedeutung für die Menschen dieser Zeit. So ist der Feigenbaum zu einem Zeichen für Frieden und Lebensglück geworden.

    3 Und er wird für Recht sorgen zwischen vielen Völkern und mächtigen Nationen Recht sprechen, bis in die Ferne. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Sie werden das Schwert nicht erheben, keine Nation gegen eine andere, und das Kriegshandwerk werden sie nicht mehr lernen. 4 Und ein jeder wird unter seinem Weinstock sitzen und unter seinem Feigenbaum, und da wird keiner sein, der sie aufschreckt, denn der Mund des HERRN der Heerscharen hat gesprochen!

    Micha 4, 3-4

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Im Mattheusevangelium erklärt Jesus selbst, anhand des Feigenbaumes, wann die Endzeit anbricht. Und im Lukasevangelium gebraucht er den Feigenbaum, der keine Früchte mehr trägt, als Beispiel für sein Gleichnis.

    32 Vom Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Sobald sein Zweig saftig geworden ist und Blätter treibt, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 33 So auch ihr: Wenn ihr dies alles seht, dann wisst ihr, dass er nahe ist und vor der Tür steht. 34 Amen, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bevor dies alles geschieht. 35 Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen. 36 Jenen Tag aber und jene Stunde kennt niemand, die Engel im Himmel nicht, der Sohn nicht, nur der Vater.

    Matthäus 24, 32-35

    6 Er erzählte aber das folgende Gleichnis: Es hatte einer in seinem Weinberg einen Feigenbaum stehen. Und er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine. 7 Da sagte er zu dem Weinbauern: Seit drei Jahren komme ich nun und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn um! Wozu soll er auch noch den Boden aussaugen? 8 Der aber antwortet ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich rings um ihn umgegraben und Mist ausgelegt habe. 9 Vielleicht bringt er in Zukunft doch Frucht; wenn aber nicht, dann lass ihn umhauen.

    Lukas 13, 6-9

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Die Früchte des Baumes, der Milchsaft, ja sogar seine Blätter, wurden auch oft zu medizinischen Zwecken eingesetzt. So hat der Prophet Jesaja des Königs Chiskijahus Geschwür mit ebenjener Frucht behandelt.

    1 In jenen Tagen wurde Chiskijahu todkrank. Da kam Jesaja, der Sohn des Amoz, der Prophet, zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Bestell dein Haus, denn du stirbst und wirst nicht überleben. 2 Da drehte er sein Angesicht zur Wand und betete zum HERRN: 3 Ach HERR, denk doch daran, dass ich treu und mit ungeteiltem Herzen vor dir gelebt habe und dass ich getan habe, was gut ist in deinen Augen. Und Chiskijahu weinte heftig. 4 Jesaja aber hatte den mittleren Hof noch nicht verlassen, da erging an ihn das Wort des HERRN: 5 Kehr um und sprich zu Chiskijahu, dem Fürsten meines Volks: So spricht der HERR, der Gott Davids, deines Vorfahren: Ich habe dein Gebet gehört, deine Tränen habe ich gesehen. Sieh, ich mache dich gesund; am dritten Tag wirst du hinaufgehen in das Haus des HERRN. 6 Und fünfzehn Jahre werde ich hinzufügen zu deinen Tagen, und dich und diese Stadt werde ich retten aus der Hand des Königs von Assur, und ich werde diese Stadt beschützen um meinetwillen und um Davids, meines Dieners, willen. 7 Und Jesaja sprach: Holt einen Feigenkuchen! Und man holte ihn und legte ihn auf das Geschwür, und da wurde er gesund.

    2. Könige 20, 1-7

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Links

    Wikipedia - Die Maulbeerfeige
    Bibelwerk - Die Feige
    Religionslexikon - Die Maulbeerfeige

SERIE - Pflanzen in der Bibel

Der Zimtbaum und seine Rinde

Aus der Rinde des Zimtbaumes (cinnamomum verum) wird das weitverbreitete Gewürz Zimt gewonnen. Sein Aroma geht auf das Öl zurück, dass sich in der Rinde befindet. Der Baum gehört gehört zur Familie der Lorbeergewächse.

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  • Serie Pflanzen in der Bibel - Der Zimtbaum (cinnamomum verum) und seine Rinde

    Aus der Rinde des Zimtbaumes (cinnamomum verum) wird das weitverbreitete Gewürz Zimt gewonnen. Sein Aroma geht auf das Öl zurück, dass sich in der Rinde befindet. Der Baum gehört gehört zur Familie der Lorbeergewächse.

    Die ursprüngliche Heimat ist Sri Lanka, fand aber seine Verbreitung schon vor 3000 bis 2000 v.Chr. in vielen tropischen Regionen Asiens.

    Im biblischen Mittelmeerraum wurde die Zimtrinde teuer gehandelt. In allen großen antiken Weltreichen gibt es zahlreiche Überlieferungen zum Gebrauch. So wird der Gebrauch im antiken Griechenland durch Herodot in seinen Historien überliefert. Da die phönizischen Händler die Herkunft der Rinde für sich behielten rankten sich um Gewürz und Öl einige seltsame Mythen. Selbst Herodod glaubte das [...]

    "[...](e)inige meinen, es käme aus dem Land, in dem Dionysos aufgezogen wurde [Indien], was auch wahrscheinlich richtig ist. Große Vögel, heißt es, tragen die getrockneten Rindenstücke herbei, die bei uns mit phönizischem Namen Kinamomon heißen."

    Historien III 106–116

    Bevor Zimt als Gewürz gebraucht wurde es als Medizin, Aphrodisiakum und Räucherwerk verwendet. So etabliert sich in Ägypten der Gebrauch des Zimtöls als Bestandteil der Einbalsamierung. Auch im alten Testament findet sich Zimt nicht als Gewürz, sondern als ein Bestandteil des heiligen Salböls, dessen Zubereitung in der Tora beschrieben wird. Es diente im Kult des Jerusalemer Tempels zur Salbung von Personen sowie zur Weihung von Objekten für ihren Gebrauch im Heiligtum. Die Ingredienzien werden von Gott persönlich Moses gegeben und finden sich im 2.Buch Mose:

    22 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 23 Du aber nimm dir Balsamöle von bester Sorte, Myrrhenharz, fünfhundert Schekel, wohlriechenden Zimt halb so viel, zweihundertfünfzig, wohlriechendes Gewürzrohr, zweihundertfünfzig, 24 und Zimtnelken, fünfhundert nach dem Schekel des Heiligtums, dazu ein Hin Olivenöl. 25 Und mache daraus heiliges Salböl, eine kunstvolle Salbenmischung, wie sie ein Salbenmischer macht. Heiliges Salböl soll es sein.

    Exodus, 30, 22-25

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    Die duftenden Pflanzenteile wurden in Olivenöl gebracht, welches den Duft aufnahm. Der Zimtgeruch wurde auch als aphrodisierend wahrgenommen, was sich im Hohelied Ausdruck verleiht.

    13 Aus dir gehen hervor ein Hain von Granatbäumen mit köstlichen Früchten, Hennasträucher samt Nardenkräutern,
    14 Narde und Safran, Gewürzrohr und Zimt samt allen Weihrauchhölzern, Myrrhe und Aloe samt allen besten Balsamsträuchern,
    15 ein Gartenquell, ein Brunnen lebendigen Wassers, Bäche vom Libanon.

    Hohelied 4, 13-15

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

    In der "Warnung vor der fremden Frau" aus dem Buch der Sprüche wird dem erotischen Duft des Zimtes eine Warnung eingeschrieben; Der Mann soll keine Verbindung mit der Frau eines anderen oder einer Prostituierten eingehen.

    16 Mit Decken habe ich mein Lager bereitet, mit Tüchern aus ägyptischem Leinen.
    17 Mein Bett habe ich besprengt mit Myrrhe, Aloe und Zimt.
    18 Komm, wir wollen uns berauschen an der Liebe bis zum Morgen, wir wollen schwelgen in Liebeslust.

    Sprüche 7, 16-18

    Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

SERIE - Pflanzen in der Bibel

Die Senfpflanze und seine Frucht

Schon in der Antike waren viele verschiedene senfähnliche Pflanzen bekannt. Bei der Art von Senfpflanze, die im Neuen Testament genannt wird, handelt es sich wahrscheinlich um den schwarzen Senf (brassica nigra).

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  • Serie Pflanzen in der Bibel - Die Senfpflanze und seine Frucht

    Schon in der Antike waren viele verschiedene senfähnliche Pflanzen bekannt. In griechischen Texten wurden diese napy, sinapi, sinapis genannt. Was sich heute noch in den botanischen Namen widerspiegelt. So werden Senfe "Sinapis" genannt, und die Nutzpflanze der Weiße Senf ist als "Sinapis alba" bekannt. Auch in hebräischen Texten kommen diese Pflanzen vor, man sprach von "hardal" oder gebrauchte das aramäische "hardla". Jedoch finden diese keine Erwähnung im Alten Testament. Bei der Art von Senfpflanze, die im Neuen Testament genannt wird, handelt es sich wahrscheinlich um den schwarzen Senf (brassica nigra). Der Schwarze Senf ist eine einjährige krautige Pflanze, die in ihrer Höhe zwischen 30cm bis zu 3,10 Metern erreicht. Beheimatet sind die Senfpflanzen, die zur Familie der Kreuzblütengewächse gehören, im östlichen Mittelmeerraum.

    Senf wird entweder als Gewürz, Öl oder als Heilpflanze gebraucht. Die reifen Senfsamen werden getrocknet und können direkt als Gewürz verwendet werden, oder es wird das Öl extrahiert, dass mit etwa 30 % enthalten ist. Die Verwendung des Öls ist mit Vorsicht zu genießen, da es einen hohen Teil an ungesättigten Fettsäuren enthält.

    Die Hauptmotive für die das Senfkorn verwendet werden sind einerseits das aus kleinen Anfängen etwas Großes werden kann, und andererseits repräsentiert es die Kraft des Glaubens.

    Das Gleichnis vom Senfkorn findet sich bei Markus, Lukas und bei Matthäus. Die drei Versionen unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise an die Aussage das aus etwas kleinem etwas Großes erwachsen kann. Dies nährt sich aus der Erfahrung im Wachstumszyklus der Senfpflanze, die immerhin im Mittelmeerraum eine Größe von zwei bis drei Meter erreichen kann und eine dichte buschige Verzweigung hat, und so ziemlich imposant wirken kann, während das Senfkorn winzig ist. Bei Matthäus und Markus wird eine Wachstumsmetapher benutzt, um zur Größe des Reiches Gottes zu kommen, während Lukas den Direkten Weg wählt.

    31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das einer nahm und auf seinen Acker säte. 32 Es ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern, aber sobald es hochgewachsen ist, ist es grösser als alle anderen Gewächse und wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.

    Matthäus 13, 31-32

    30 Und er sprach: Wie sollen wir das Reich Gottes abbilden? In welchem Gleichnis sollen wir es darstellen? 31 Es ist wie ein Senfkorn, das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden, das in die Erde gesät wird. 32 Ist es gesät, geht es auf und wird grösser als alle anderen Gewächse und treibt so grosse Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.

    Markus 4, 30-32

    18 Nun sprach er: Wem ist das Reich Gottes gleich, womit soll ich es vergleichen? 19 Es ist einem Senfkorn gleich, das einer nahm und in seinen Garten säte. Und es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.

    Lukas 13, 18-19

    Auf die Kraft des Glaubens verweist das Jesuslogion in Lukask 17,6: Danach genügt ein Glaube so klein wie ein Senfkorn, die größten Dinge zu vollbringen.

    5 Und die Apostel sagten zum Herrn: Gib uns mehr Glauben! 6 Der Herr aber sprach: Hättet ihr Glauben wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiss dich samt den Wurzeln aus und verpflanze dich ins Meer! - und er würde euch gehorchen.

    Lukas 17, 5-6

    Noch deutlicher hören wir bei Matthäus über die Macht des Glaubens.

    19 Da traten die Jünger zu Jesus, und als sie unter sich waren, sagten sie: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? 20 Er antwortet ihnen: Wegen eures Kleinglaubens! Denn, amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, werdet ihr zu diesem Berg sagen: Bewege dich von hier nach dort, und er wird sich wegbewegen; und nichts wird euch unmöglich sein.

    Matthäus 17, 19-21

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Der Apfelbaum und seine Frucht

Der Holzapfel (Malus sylvestris), den man auch als Europäischer Wildapfel oder Krabapfel bezeichnet, ist eine Laubbaum-Art aus der Gattung der Äpfel (Malus) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Auffallend ist, dass dem Apfel in der Bibel eine polare Wirkungsgeschichte eingeschrieben ist.

  • Senfkörner Großaufnahme
  • Serie Pflanzen in der Bibel - Der Holzapfel (Malus sylvestris)

    Der Holzapfel (Malus sylvestris), den man auch als Europäischer Wildapfel oder Krabapfel bezeichnet, ist eine Laubbaum-Art aus der Gattung der Äpfel (Malus) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der sommergrüne Baum, der Wuchshöhen von bis zu 10m erreicht, ist jedoch meist als Strauchgewächs mit einer Höhe von 3-5m anzutreffen. Der Kulturapfel, den wir in diesen Breite kennen ist Stammform des Holzapfels.

    Es ist wahrscheinlich, dass der Apfel etwa 4000 v. Chr. von Iran und Armenien aus nach Israel kam. Der Apfelbaum kann eine Höhe von 8-12 m erreichen, bildet weiße Blüten aus, die in Büscheln zusammenstehen. Die Frucht, der Apfel, ist eine 3-6 cm große und hat eine rundliche Kernfrucht in grüner oder rötlicher Schale. Wie in Europa haben sich auch im Nahen Osten Hunderte von Sorten entwickelt.

    Linguistisch gesehen spricht viel dafür, dass es sich bei dem hebräischen Wort "tappûaḥ" (Der Duftende), um den Apfel handelt, da dass arabische Wort "tuffah" Apfelbaum bedeutet. Obwohl es Stimmen gibt, dass es sich bei dem biblischen Apfel eher um eine Zitrusfrucht handelt, wurden bei Ausgrabungen in Kadesch-Barnea Exemplare des nicht sehr ansehnlichen Holzapfels gefunden. Dieser Fund wurde etwa ins 9. Jh. v. Chr. datiert. Ob Deutung und Übersetzung an den verschiedenen Bibelstellen zu Recht vom Apfel ausgehen, ist nicht unstrittig. Aber, man kann das Vorkommen des Apfels in der Bibel nicht vollkommen ausschließen. Jedoch spielt er in der Übersetzung und Wirkungsgeschichte eine große Rolle.

    Auffallend ist, dass dem Apfel in der Bibel eine polare Wirkungsgeschichte eingeschrieben ist. Zuerst einmal hat der Apfel eine positive Bedeutung. Wie schon aus der hebräischen Übersetzung zu sehen ist, hat der Duft der Frucht einen positiven Effekt und belebenden Geschmack.

    Stärkt mich mit Rosinenkuchen, erfrischt mich mit Äpfeln, denn krank bin ich vor Liebe.

    Hohelied 2,5

    Im Hohelied 7,9 nennt den Duft der Äpfel als Bild für den Atem der Liebsten. Hinter diesem Vergleich steht die Vorstellung, dass im alten Orient Äpfel als Früchte galten, die die Liebe erregen.

    9 Ich sprach: Ich will die Palme besteigen, will greifen nach ihren Rispen, und deine Brüste sollen sein wie die Trauben des Weinstocks und der Duft deines Atems wie Äpfel,
    10 und dein Gaumen wie der köstlichste Wein, sanft rinnt er bei meinen Liebkosungen, benetzt die Lippen der Schlummernden.

    Hohelied 7,9

    Der eindeutig erotische Kontext kommt im Hohelied 2,3 zur Geltung.

    Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Geliebter unter den jungen Männern. In seinem Schatten begehrte ich zu sitzen, und seine Frucht war meinem Gaumen süss.

    Hohelied 2,3

    Im Hohelied 8,5 ist dem Apfelbaum Lebensmetapher eingeschrieben.

    5 Wer steigt da herauf aus der Wüste, an ihren Geliebten gelehnt? Unter dem Apfelbaum weckte ich dich. Dort hat deine Mutter dich empfangen, dort kam in Wehen, die dich gebar.

    Hohelied 8,5

    In Sprüche 25,11 erlangt die Bedeutung des Apfel seinen Höhepunkt an positiver Wirkung, da er mit dem Wort Gottes verbindet und es zu einem Bild macht, das die Köstlichkeit der Frucht mit der Kostbarkeit der Edelmetalle verbindet.

    11 Goldene Äpfel in silbernen Schalen, so ist ein Wort, das zur rechten Zeit gesprochen wird.

    Sprüche 25,11

    Die wohl am besten bekannteste und in seiner Wirkungsgeschichte dramatischteste Bedeutungszuweisung für den Apfel liegt als sinnlich-verführerische Frucht, die stellvertretend für den menschlichen Sündenfall steht. Der Sündenfall, das Ende der Unschuld. Auf Anraten der Schlange und gegen Gottes Gebot pflückt Eva einen Apfel vom Baum der Erkenntnis und überredet Adam, auch davon zu kosten.

    1 Die Schlange aber war listiger als alle Tiere des Feldes, die der HERR, Gott, gemacht hatte, und sie sprach zur Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? 2 Und die Frau sprach zur Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen. 3 Nur von den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens hat Gott gesagt: Ihr dürft nicht davon essen, und ihr dürft sie nicht anrühren, damit ihr nicht sterbt. 4 Da sprach die Schlange zur Frau: Mitnichten werdet ihr sterben. 5 Sondern Gott weiss, dass euch die Augen aufgehen werden und dass ihr wie Gott sein und Gut und Böse erkennen werdet, sobald ihr davon esst. 6 Da sah die Frau, dass es gut wäre, von dem Baum zu essen, und dass er eine Lust für die Augen war und dass der Baum begehrenswert war, weil er wissend machte, und sie nahm von seiner Frucht und ass. Und sie gab auch ihrem Mann, der mit ihr war, und er ass.

    Genesis 3,1-6

    Was der Apfel eigentlich mit dem Christentum zu tun hat, entfaltet sich in seiner Wirkungsgeschichte. Respektive in den symbolischen Wert, den Künstler in diese Frucht gelegt haben. Mehrfach haben sich Maler wie Jacob Jordaens und Lucas Cranach der Ältere der Paradiesszene angenommen. Eva reicht Adam die Frucht vom Baum der Erkenntnis, von der sie gerade abgebissen hat; dieses ist natürlich ein Apfel.

    Dass es sich beim Baum der Erkenntnis um einen Apfelbaum handeln soll, geht auf das lateinisches Wort "malum" zurück. Dieses hat zweierlei Bedeutung: Mit kurzem "a" ist seine Bedeutung das Böse, mit langem Vokal "Apfel".

    Die Kirchengeschichte ist voll mit Anspielungen auf den Apfel und seinem schlechten Ruf, den ihn der Sündenfall einbrachte. So verglich z.B. im vierten Jahrhundert der Bischof Ambrosius von Mailand den am Kreuz hängenden Christus mit dem Apfel, der am Baum des Lebens hängt. Auch verschiedene christliche Legenden nehmen immer wieder gerne die Metapher des Apfels auf. Des Apfels Verbindung zu Weihnachten wird schon im Mittelalter deutlich. Ein Brauch waren Paradiesspiele zu Weihnachten vor den Portalen von Kirchen, in denen die biblische Geschichte vom Sündenfall nachgespielt wurde. Der Baum aus dem Paradiesspiel wanderte später in die Häuser und wurde zum Christbaum. Aus den Äpfeln, die ursprünglich neben anderen Leckereien daran hingen, wurde schließlich die Christbaumkugel. Hier sehen wir eine Umdeutung wieder in zum Positiven. Der Apfel des Sündenfalls wird zum Symbol für die Hoffnung auf Erlösung.

SERIE - Pflanzen in der Bibel

Der Aloebaum und Pflanze

Die in der Bibel erwähnte Aloe wird heute mit zwei unterschiedlichen Pflanzen identifiziert. Einmal den Aloebaum, der im Deutschen als Adlerbaum (Aquilaria agallocha) bekannt ist, und im Alten Testament erwähnt wird. Und weiterhin die im Neuen Testament vorkommende griechische, aus dem südwestlichen Arabien stammtende, Aloe Pflanze, die griechisch aloē (Aloe vera) genannt wird.

  • Senfkörner Großaufnahme
  • Serie Pflanzen in der Bibel - Der Aloebaum und die Aloe Pflanze
    (Aquilaria agallocha & Aloe vera)

    Die in der Bibel erwähnte Aloe wird heute mit zwei unterschiedlichen Pflanzen identifiziert. Einmal den Aloebaum, der im Deutschen als Adlerbaum (Aquilaria agallocha) bekannt ist, und im Alten Testament erwähnt wird. Und weiterhin die im Neuen Testament vorkommende griechische, aus dem südwestlichen Arabien stammtende, Aloe Pflanze, die griechisch aloē (Aloe vera) genannt wird.

    Der Aloebaum ist mit über 20 Arten in Ostafrika und Nordindien beheimatet. Er kann bis zu 36 Meter groß werden, bildet Büschel von Blüten mit farbiger Fruchthülle, und hat eine Frucht mit einer zweiteiligen Kapsel. In der Bibel geht es aber nicht um die Frucht des Baumes, sondern um die Rinde; sie wird als Räuchermittel benutzt. Das besondere ist, dass die Rinde nur als Räuchermittel eingesetzt werden kann wenn der Baum von einer Pilzerkrankung befallen wird. Dies lässt ihn ein Harz aussondern, das das ansonsten weiche, leichte Holz zu einem harten, aromatisch duftenden Holz werden lässt.

    Die Aloe Pflanze hingegen ist eine stämmige, büschelige Pflanze. Sie hat dicke, schwertähnliche Blätter, die an den Rändern dornig gezähnt sind. Inmitten dieser Büschel wachsen bis zu 60cm lange Blütenstängel, die orangefarbige Blüten tragen. Das Öl, gewonnen aus den fleischigen Blättern, ist ein wohlriechendes, aber bitteres. Es ist Grundlage für die Arzneidroge Aloin, dass schon in biblischer Zeit als Abführmittel dient. Eine andere Verwendung findet das Öl bei der Einbalsamieren von Toten, besonders im Alten Ägypten. In seiner Form einer eingedampfte festen Masse ist es ein begehrtes Handelsgut zu dieser Zeit.

    Durch den Fernhandel in der Antike, der vom Atlantik bis nach Indien und Südostasien betrieben wurde, gelangten viele neue Pflanzen in den palästinischen Kulturkreis. Oftmals blieben auch ihre Namen erhalten. So ist das hebräische ǎhālîm (das Aloeholz) ein Lehnwort, das seinen Ursprung in Südostasien hat. In den romanischen Sprachen lassen sich in Aussprache, Schreibweise und Flexion diese Ursprünge noch nachweisen, während es in den germanischen Sprachen zu einer Wandlung kommt. Zum Vergleich: das portugisische Wort aguila, und das französischen bois d’aigle, mit dem englischen eagle-wood und dem deutschen Adlerholz.

    Beispiele aus der Bibel

    Schon gleich zu Beginn der heiligen Schrift sehen wir das die Israeliten Aloebäume gekannt haben. So lassen sie den Propheten Bileam in Numeri berichten das JHWH selbst die Natur in heiligen Land, die Bileam in seiner Vision sieht, gepflanzt hat. Darunter befindet sich auch der Aloebaum.

    6 Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, wie Gärten am Strom, wie Aloebäume, die der HERR gepflanzt hat, wie Zedern am Wasser.

    4. Mose 24,6

    Im Psalm 45, der als einziges Beispiel für profane Lyrik im Psalter ist, wird von einem Hofsänger anlässlich der Hochzeit des Königs gedichtet und gesungen. Hier sehen wir, dass eines der edelsten Düfte, neben Myrrhe und Kassia, das Räucherwerk aus der Rinde des Aloebaumes ist, und so eines Königs würdig.

    9 Von Myrrhe und Aloe, von Kassia duften alle deine Gewänder, aus Elfenbeinpalästen erfreut dich das Saitenspiel.

    Psalter 45,9

    Düfte werden in der Bibel nicht nur als edel und erhaben angesehen, sie haben auch einen anderen Zweck. Das Element der Erotik und Verführung wird hier oft durch den Duft von Gewürzen und Räucherwerk impliziert. Diese erotisierende Düfte, die die "Fremde Frau" in den Sprüchen einsetzt um den Mann die Sinne zu vernebeln versinnbildlichen die erotische Gefahr, die in der Warnung des Vaters an den Sohn steckt. Die Frau setzt hier wieder, wie schon im Zitat aus dem Psalter, Myrrhe, Zimt und auch Aloe ein.

    17 Mein Bett habe ich besprengt mit Myrrhe, Aloe und Zimt.

    Sprüche 7,17

    Im Hohelied 4, beschreibt ein Bräutigam seine Braut. Herin werden die edlen Gewürze (Narde, Safran, Gewürzrohr und Zimt) und die erotisierenden Räucherwaren (Weihrauchhölzern, Myrrhe und Aloe) als Metapher für seine Braut gebraucht. Der Körper der Frau wird somit mit den Eigenschaften edel und erotisch ausgestattet.

    13 Aus dir gehen hervor ein Hain von Granatbäumen mit köstlichen Früchten, Hennasträucher samt Nardenkräutern,
    14 Narde und Safran, Gewürzrohr und Zimt samt allen Weihrauchhölzern, Myrrhe und Aloe samt allen besten Balsamsträuchern,
    15 ein Gartenquell, ein Brunnen lebendigen Wassers, Bäche vom Libanon.

    Hohelied 4,13-15

    Während im Alten Testament exklusiv über die Rinde des Baumes als Räucherwerk geschrieben wird, lesen wir erst im Neuen Testament über das Öl aus der Aloe Pflanze. Das Räucherwerk verschwindet hier komplett und macht den Gebrauch der Pflanze platz; nämlich als eine Zutat im Öl zur Einbalsamierung.

    Die Toteneinbalsamierung hat, anders als bei den Ägyptern, nicht den Zweck den Leichnam dauerhaft zu konservieren, sondern ist unter rein praktischen Gesichtspunkten zu sehen. Fäulnis und Verwesung werden durch die Verwendung eines speziellen Ölgemisches zum Zweck der Einbalsamierung deutlich verlangsamt. Dies war mitunter notwendig, da Leichnahme öffentlich ausgestellt wurden oder für einen länger dauernden Transport präpariert wurden. Bedenkt man die herrschenden Temperaturen in Palestina, war dies auch notwendig. Warum allerdings Nikodemus, als er das Gemisch herbeischaffte, um den Leib Jesu nach der Kreuzigung zu präparieren, die ausergewöhnliche Menge von 100 Pfund nimmt, bleibt wohl sein Geheimnis.

    38 Josef von Arimatäa, der ein Jünger Jesu war - ein heimlicher zwar aus Furcht vor den Juden -, bat Pilatus, dass er den Leib Jesu herabnehmen dürfe; und Pilatus erlaubte es. Also ging er und nahm seinen Leib herab. 39 Es kam auch Nikodemus, der früher einmal nachts zu ihm gekommen war, und brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe mit, etwa hundert Pfund. 40 Sie nahmen nun den Leib Jesu und wickelten ihn zusammen mit den wohlriechenden Salben in Leinenbinden ein, wie es bei einem jüdischen Begräbnis Sitte ist.

    Johannes 19, 38-40

SERIE - Pflanzen in der Bibel

Das Getreide und seine Produkte - Teil 1

Die Nutzung von wild wachsenden Gräsern begleitet den Menschen mindestens schon 30 000 Jahre. Nachdem die Menschen in der jüngeren Steinzeit sesshaft geworden war auch ein gezielter Anbau dieser Gräser möglich. Die Menschen lernten, die Samenkörner der angebauten Gräser mit Steinen zu zerreiben, mit Wasser zu einem Brei anzurühren und diesen auf den heißen Steinplatten einer Feuerstelle zu trocknen oder zu rösten.

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  • Serie Pflanzen in der Bibel - Das Getreide und seine Produkte - Teil 1

    Allgemeine Einführung

    Getreide ist eine meist einjährige Pflanze aus der Familie der Süßgräser. Die Früchte sind ein Grundnahrungsmittel für Mensch und Tier. Die Körner sind bestehen aus Stärke, Eiweiß (Gluten) und Fett. Die Früchte werden nach der Reife durch Dreschen von den Pflanzen abgetrennt. Am Korn verbleibt meist noch die Schale, diese wird durch Mahlen, Schleifen oder andere Verfahren entfernt und als Kleie getrennt verwertet. Bei Vollkornmehl ist dies nicht der Fall. Eine längere Lagerung kann erreicht werden, wenn der Keimling entfernt oder hitzebehandelt wird. Der Keimling wird zur Gewinnung von Getreidekeimöl genutzt. Aus den gemahlenen Früchten wird Brot gebacken oder Brei gekocht. Aus Getreidesorten mit geringem Glutenanteil lässt sich Brot jedoch nur als Fladenbrot herstellen.

    Die Nutzung von wild wachsenden Gräsern begleitet den Menschen mindestens schon 30 000 Jahre. Nachdem die Menschen in der jüngeren Steinzeit sesshaft geworden war auch ein gezielter Anbau dieser Gräser möglich. Die Menschen lernten, die Samenkörner der angebauten Gräser mit Steinen zu zerreiben, mit Wasser zu einem Brei anzurühren und diesen auf den heißen Steinplatten einer Feuerstelle zu trocknen oder zu rösten. Auf diese Weise entsteht das ungesäuerte Fladenbrot, dass auch heute noch in Entwicklungsländern auf diese Weise gebacken wird. Die ältesten Funde eines solchen Getreideerzeugnisses wurden im Nordosten Jordaniens gefunden und sind etwa 14 000 Jahren alt.

    Lange Zeit diente das Getreidekorn (Korngiro) auch als Zahlungsmittel. Bereits 322 bis 30 v. Chr. in Ägypten gabe es ein ausgedehntes Verrechnungssystem das darauf beruhte, dass Bauern ihr Korn an staatliche Lagerhäuser zur Aufbewahrung liefern und dafür erhielten eine Gutschrift. Per Überweisungsauftrag an das staatliche Lagerhaus konnte er Steuern an den Staat und sonstige Verpflichtungen wie Pachtzinsen bezahlen. Auch dienten Getreidekörner als Normgewicht. Ursprünglich war das Karat das Gewicht eines getrockneten Samenkorns des Johannisbrotbaumes. Im Mittelalter entsprach ein Karat dem Gewicht von drei Gersten- oder vier Weizenkörnern. Heute dient es als Gewichtseinheit für Edelmetalle und Diamanten.

    Getreidesorten und ihre Bedeutungen

    Der gezielte Anbau von Getreide war essentiell wenn Menschen dauerhaft sesshaft wurden. In dem Gebiet des sogenannten "Fruchtbaren Halbmond", einer Gegend, die noch ohne künstliche Bewässerung landwirtschaftlich nutzbaren Steppengebiete in Jordanien, Israel, Libanon, Syrien, der Türkei, dem Irak und Iran, die halbkreisförmig die Wüsten- und Halbwüstengebiete der Arabischen Halbinsel umspannen, fand man Gersten- und Weizenkörner, die noch aus dem 8.Jahrhundert v.Chr. stammen. Gerste und Weizen sind die wichtigsten Pflanzen des Heiligen Landes, die deswegen in der Bibel auch zuerst aufgezählt werden.

    7 denn der HERR, dein Gott, bringt dich in ein gutes Land, ein Land mit Wasserbächen, Quellen und Wasser, das in Berg und Tal hervorströmt, 8 ein Land mit Weizen, Gerste, Reben, mit Feigen- und Granatapfelbäumen, ein Land mit Ölbäumen und Honig, 9 ein Land, in dem du dich nicht kümmerlich nähren musst, in dem es dir an nichts mangeln wird, ein Land, dessen Steine Eisen sind und in dessen Bergen du nach Erz graben kannst. 10 Und du sollst dich satt essen, und du sollst den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.

    Deuteronomium 8, 7-10

    Die am weitesten verbreiteste Getreideart in Patestina war der Weizen. Dinkel (Triticum durum) ist eine der ursprünglichen Vorformen des heutigen Saatweizens (Triticum aestivum). Vermutlich sahen die Weizenähren in biblischer Zeit eher wie Dinkel aus. Weizen war auch das wertvollste aller Getreidearten, und so als ZahlungsmittelIn der Offenbarung (6,6) wird der Weizen als drei mal so wertvoll wie Gerste bezeichnet. Salomo bezahlte das für seine Prachtbauten importierte Zedernholz mit Weizen. Weizen und Gerste sind ein beliebtes Zahlungsmittel, begehrte Kriegsbeute oder werden als Reparationen von besiegten Völkern gefordert. Weizen ist die Speise und Zahlungsmittel der Reichen, während für die Armen Gerste reserviert ist, die häufiger vorkam und als gewöhnlicher angesehen wurde.

    22 Dann sandte Chiram zu Salomo und sagte: Ich habe gehört, was du mir übermittelt hast; ich werde deinen Wunsch nach Zedernholz und nach Zypressenholz ganz erfüllen. 23 Meine Diener werden es herunterbringen vom Libanon zum Meer, und auf dem Meer werde ich Flösse daraus machen bis an den Ort, den du mir nennen wirst. Und dort werde ich sie wieder auseinander nehmen, und du kannst das Holz holen. Du aber sollst auch meinen Wunsch erfüllen und meinem Hause Speise liefern. 24 Und so lieferte Chiram Salomo Zedernholz und Zypressenholz, ganz nach dessen Wunsch. 25 Und Salomo lieferte Chiram zwanzigtausend Kor Weizen als Speise für sein Haus, dazu zwanzig Kor gestossenes Öl. So belieferte Salomo Chiram Jahr für Jahr. 26 Der HERR aber gab Salomo Weisheit, wie er es ihm zugesagt hatte. Und es herrschte Friede zwischen Chiram und Salomo, und die beiden schlossen einen Bund

    1. Könige 5, 22-26

    5 Und er kämpfte gegen den König der Ammoniter; und er war stärker als diese. Und die Ammoniter gaben ihm in jenem Jahr hundert Kikkar Silber und zehntausend Kor Weizen und zehntausend an Gerste. Dies lieferten ihm die Ammoniter auch im zweiten und dritten Jahr ab. 6 So erstarkte Jotam, denn er hatte seine Wege gefestigt vor dem HERRN, seinem Gott.

    2. Chronik 27, 5-6

    Die Erntezeit des Weizens war im Mai und Juni, und die Ernte von Weizen und Gerste stellen den Höhepunkt der Feldarbeiten dar. Nach schwerer Arbeit war es nun an der Zeit sich zu freuen und zu feiern.

    2 Du hast die Nation zahlreich werden lassen, hast die Freude für sie gross gemacht. Sie haben sich vor dir gefreut, wie man sich freut in der Erntezeit, wie man jubelt, wenn man Beute verteilt.

    Jesaja 9,2

    Neben den praktischen Aspekten hat der Weizen auch eine hohe symbolische Bedeutung. In hymnischen Texten in denen die Güte Gottes gefeiert wird, ist nur der beste Weizen gut genug für die, die in Gottes Gunst stehen. (Siehe auch Psalter 147,14). Aber nicht nur Gottes Güte wird dem Wert des Weizens zugesprochen, sondern auch der Körper der Frau wird mit Analogien zu wertvollen Speisen versehen.

    16 Die den HERRN hassen, müssten ihm zu Füssen kriechen, das wäre ihr Los auf ewig. 17 Ich aber würde es speisen mit bestem Weizen und aus dem Felsen dich mit Honig sättigen.

    Psalter 81, 16-17

    3 Dein Schoss ist eine runde Schale, an Mischwein soll es nicht fehlen! Dein Bauch ist ein Weizenhaufen, von Lotosblumen umsäumt.

    Hoheslied 7,3

    Auch Jesus bedient sich in seinem Gleichnis "Das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen" dem Bild das der Weizen für das Gute steht, das auf Gottes Werke zurückgeht, während das Unkraut des Teufels Werk ist.

    24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25 Doch während die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und machte sich davon. 26 Als die Saat aufging und Frucht brachte, da kam auch das Unkraut zum Vorschein. 27 Da kamen die Knechte zum Hausherrn und sagten: Herr, war es nicht guter Same, den du auf deinen Acker gesät hast? Woher kommt nun das Unkraut? 28 Er antwortete ihnen: Das hat ein Feind getan! Da fragen ihn die Knechte: Sollen wir also hingehen und es ausreissen? 29 Er sagt: Nein, damit ihr nicht, wenn ihr das Unkraut ausreisst, auch den Weizen mit herauszieht. 30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Reisst zuerst das Unkraut aus und schnürt es zu Bündeln, um es zu verbrennen, den Weizen aber bringt ein in meine Scheune!

    Matthäus 13, 24-30

    Gerste ist ein frühes robustes Getreide, dass mit weniger Wasser als Weizen und auf eher mageren Bödenes gedeiht als Weizen. Es wird im November gesät und im April geerntet, Weizen jeweils einen Monat später. Typisch für sie sind ihre langen Grannen, weshalb sie auf Hebräisch „die Behaarte“ genannt wird.

    31 Der Flachs und die Gerste wurden zerschlagen, denn die Gerste stand gerade in Ähren und der Flachs in Blüte. 32 Der Weizen aber und der Emmer wurden nicht zerschlagen, denn sie reifen später.

    Exodus 9, 31-32

    Da Gerste robuster ist und auf vielfältigen Böden wächst, war sie billiger und war das Nahrungsmittel der ärmeren Bevölkerung oder auch Viehfutter. Arme Leute aßen auch Brote aus Gerste. Exemplarisch hierfür in der Bibel steht der kleine Junge, der seine fünf Gerstenbrote und zwei Fische für die Speisung der großen Volksmenge in Johannes 6,9 gab.

    Die Symbolkraft von Gerste unterscheidet sich von der des noblen Weizens. Sie ist nicht so wertvoll und wird in seiner Symolik mit negativen Eigenschaften aufgeladen. So ist das Gerstenmehl teil eines alten mystischen Rituals, indem es als Mehl für den gestörten Geist steht, den der "Geist der Eifersucht" in dem Ehemann auslöst. Gerste ist somit Teil des "Eifersuchtsopfers" im Alten Testament.

    15 Dann soll der Mann seine Frau zum Priester bringen und als Opfergabe für sie ein Zehntel Efa Gerstenmehl mitbringen. Er darf kein Öl darauf giessen und keinen Weihrauch darauf legen, denn es ist ein Eifersuchtsopfer, ein Erinnerungsopfer, das Schuld aufdeckt. 16 Und der Priester soll sie herankommen und vor den HERRN treten lassen. 17 Dann soll der Priester heiliges Wasser in einem Tongefäss nehmen, und der Priester soll etwas Staub vom Boden der Wohnung nehmen und in das Wasser streuen. 18 Und der Priester soll die Frau vor den HERRN treten lassen und das Haupthaar der Frau lösen und auf ihre Hände das Erinnerungsopfer legen, es ist ein Eifersuchtsopfer.

    4. Mose 5,15-18

    Ebenfalls eine wenig noble Symbolik kommt der Gerste und dessen Produkte zu, wenn es als Zeichen der Demut vor Gott. Es zeigte Gideon aber durch wessen Hand der Sieg kommen würde.

    13 Und als Gideon hinkam, sieh, da erzählte ein Mann einem anderen einen Traum und sprach: Sieh, ich hatte einen Traum: Sieh, ein Gerstenbrotkuchen rollte ins Lager Midians und kam bis ans Zelt und traf es, und es stürzte ein, und er warf es über den Haufen, und das Zelt stürzte ein. 14 Da antwortete der andere und sprach: Das ist nichts anderes als das Schwert Gideons, des Sohns von Joasch, des Mannes Israels. Gott hat Midian und das ganze Lager in seine Hand gegeben. 15 Als Gideon die Erzählung vom Traum und seine Deutung gehört hatte, warf er sich nieder. Dann kehrte er zurück ins Lager Israels und sprach: Macht euch auf, denn der HERR hat das Lager Midians in eure Hand gegeben.

    Richter 7,13-15

    Obwohl der Anbau von Hirse in Palestina nur eine untergeornete Rolle spielt, finden sich in der Bibel einige Hinweise auf den Gebrauch dieses Getreides.

    9 Und du, nimm dir Weizen und Gerste und Bohnen und Linsen und Hirse und Emmer, und schütte dies in ein Gefäss und mache dir Brot daraus. Der Anbau von Hirsearten ist seit etwa 2000 v.Chr. bekannt. Ebenso wie Weizen und Gerste, wurde auch Hirse wurden für die Herstellung von Brot genutzt.

    Hesekiel 4, 9

    Geröstete Körner, unter anderem auch Hirse, waren eine Vorstufe als Nahrungsmittel, bevor der Mensch lernte Körner zu Mehl zu verarbeiten und Brot daraus zu backen, aber auch danach waren geröstete Körner sehr beliebt. Die Körner können auch zu einer Grütze verkocht werden, oder in seiner Form als Mehl, zu Brot und Kuchen verbacken werden.

    14 Und als es Zeit war zu essen, sagte Boas zu ihr: Komm her und iss von dem Brot und tunke deinen Bissen in den Essig. Und sie setzte sich neben die Schnitter, und er reichte ihr geröstetes Korn, und sie ass und wurde satt und behielt noch etwas übrig.

    Rut 2, 14

    27 Und als David nach Machanajim gekommen war, hatten Schobi, der Sohn des Nachasch, aus dem Rabba der Ammoniter, und Machir, der Sohn des Ammiel, aus Lo-Debar, und Barsillai, der Gileaditer aus Rogelim, 28 Betten, Schalen, Tongeschirr, Weizen, Gerste, Mehl, geröstetes Korn, Bohnen, Linsen, Geröstetes, 29 Honig, Butter, Schafe und Käse aus Kuhmilch zum Essen herbeigeschafft für David und für das Volk, das bei ihm war, denn sie sagten: Das Volk ist hungrig und müde und durstig in der Wüste.

    2. Samuel 17, 27-29

SERIE - Pflanzen in der Bibel

Das Getreide und seine Produkte - Teil 2

Der Getreideanbau hat in den Beschreibungen und Bildern der Bibel eine zentrale Stelle. Von der Aussaat des Getreides bis zu seiner Ernte, symbolisch für uns und wirklich für die Menschen damals, ist es ein ewiger Kreislauf von Werden und Vergehen, von Leben und Tod. Da dieses Leben so arbiträr erschien war der Blick und die Dankbarkeit stets nach oben gerichtet. Deshalb wurde die erste Garbe der Ernte dem Priester dargebracht und somit Gott als Dank dargebracht.

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  • Serie Pflanzen in der Bibel - Das Getreide und seine Produkte - Teil 2 - Erntezeit und Feste

    In biblischer Zeit sind Hunger, Mangel und Tod jeden Menschen gegenwärtig. Die Bibel ist Zeugnis dieses alltäglichen Kampfes. So ist es kein Wunder dass der Getreideanbau so einen zentralen Platz in den Beschreibungen und Bildern der Bibel findet. Von der Aussaat des Getreides bis zu seiner Ernte, symbolisch für uns und wirklich für die Menschen damals, ist es ein ewiger Kreislauf von Werden und Vergehen, von Leben und Tod. Da dieses Leben so arbiträr erschien war der Blick und die Dankbarkeit stets nach oben gerichtet. Deshalb wurde die erste Garbe der Ernte dem Priester dargebracht und somit Gott als Dank dargebracht.

    10 Sprich zu den Israeliten und sage ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, und seine Ernte einbringt, sollt ihr die Erstlingsgarbe eurer Ernte dem Priester bringen. 11 Und er soll die Garbe vor dem HERRN hin und her schwingen, damit ihr Wohlgefallen findet. Am Tag nach dem Sabbat soll der Priester sie schwingen. 12 Und an dem Tag, an dem ihr die Garbe hin und her schwingen lasst, sollt ihr dem HERRN ein makelloses einjähriges Lamm als Brandopfer darbringen 13 und das dazugehörige Speiseopfer, zwei Zehntel Feinmehl, mit Öl angerührt, als Feueropfer für den HERRN, als beschwichtigenden Geruch, dazu als Trankopfer ein Viertel Hin Wein. 14 Und Brot, geröstetes Korn und frisches Korn dürft ihr nicht essen bis zu diesem Tag, bis ihr die Opfergabe für euren Gott dargebracht habt. Das ist eine ewige Ordnung für euch von Generation zu Generation, wo immer ihr wohnt.

    Liviticus 23,10-14

    Das alltägliche Leben und die Lebensweise der Menschen formt ihre Sprache. Um die Erzählsprache der Bibel zu verstehen, ist es hilfreich einige Tätigkeiten des Alltags zu verstehen, um so auch die Symbolik, die sich hinter den Worten versteckt, entschlüsseln zu können. Die bäuerliche Lebensweise ist hierbei der Schlüssel. Hierbei hilft es zu wissen, welche Schritte nötig waren, um die Ernte einzubringen, und sie zu verarbeiten.

    Du, König, hattest (...) Ein sehr grosses Standbild! (...) Das hast du geschaut; da löste sich ein Stein, nicht durch Menschenhand, und traf das Standbild, seine Füsse aus Eisen und aus Ton, und zermalmte sie. (...) und sie waren wie die Spreu auf den Tennen im Sommer, und der Wind trug sie fort, und es fand sich keine Spur mehr von ihnen.

    Daniel 2,31-35

    Sehr anschaulich wird die Erntezeit im Buch Rut beschrieben. Im Prinzip mussten alle arbeitsfähigen Mitglieder des Hauses mit anpacken. Man schnitt die Ähren ziemlich hoch ab und lies das Stroh dann von Tieren abfressen. Nach der Ernte wurde das Getreide gebunden und mit Lasttieren zur Weiterverarbeitung gebracht. Transport und Bearbeitung des Getreides in den heißen Sommermonaten in Palestina waren harte Arbeit, und so ist es nicht verwunderlich das die damalige Lebenserwartung nur sehr gering war. Zielort des Getreides zur Bearbeitung war die Tenne. Als Tenne bezeichnet man den befestigten Fußboden aus gestampftem Lehm auf dem das Getreide von Mai bis Juli gedroschen wurde, und lag meist an einen Platz östlich gelegen vor dem Ort. Auf ihr wurde das Getreide ausgebreitet und Rinder oder Esel liefen darüber und traten die Körner aus. Zum Wenden wurden Dreschschlitten verwendet, die von den Tieren gezogen wurden; später kamen auch Dreschplatten zum Einsatz. Worfeln nennt man den Arbeitsgang der nach dem Dreschen ausgeführt wurde. Dabei wird mit einer hölzernen Wurfgabel das Material hochgeworfen und der Wind (Jeremia 4,11) trennt die verschieden schweren Bestandteile. Ziel war es drei Haufen zu bilden: einen mit Körnern, einen mit Strohstoppeln und der letzte mit Häcksel. Um dies auch gut hinzubekommen, musste der Wind sehr gleichmäßig wehen, deswegen musste manchmal auch bei Nacht gearbeitet werden (Rut 3,2). Man konnte sich nicht leisten etwas verkommen zu lassen, also wurden alle Bestandteile verwendet. So wurden z.B. die Strohstoppeln verfeuert und die Häcksel als Tierfutter verwand.

    In der Bibel gibt es etliche Stellen, die das Dreschen und Worfeln bildlich gebrauchen. Dies ermöglichte es den Erzählern der biblischen Text, den Menschen religiöse Bedeutungen in einer Sprache verständlich zu machen die sie kannten. Wollte man vermitteln, dass es um einen besonders brutale Vernichtung, z.B. von Menschen, Völker und Städten handelte, wurde das Bild gebraucht "gedroschen" zu werden.

    7 Denn er hatte Jehoachas nicht mehr Leute übrig gelassen als fünfzig Reiter, zehn Wagen und zehntausend Mann Fussvolk. Der König von Aram hatte sie vernichtet, und er hatte sie gemacht wie Staub beim Dreschen.

    2. Könige 13, 7

    Auch Gott kann in diesem Kontext auftreten. Als jemand der in Jesaja 27,12 Ähren ausklopft, und die Israeliten wie Körner aufliest und sie im Heiligen Land versammelt. Aber der Herr sammelt nicht nur seine Gläubigen mit Erntemetaphorik, er vernichtet sie auch. Das bekannteste Bild das in der Bibel im Kontext der Erntebearbeitung benutzt wird, kommt in der Predigt Johannes’ des Täufers, von dem auch der Spruch "Die Spreu vom Weizen trennen" stammt.

    12 Sie aber kennen nicht die Pläne des HERRN und verstehen nicht seinen Beschluss, sie zu sammeln wie Ähren auf einer Tenne.

    Michia 4, 12

    7 Und mit der Worfschaufel habe ich sie geworfelt, in den Toren des Landes; kinderlos habe ich mein Volk gemacht, habe es zugrunde gehen lassen. Sie sind nicht zurückgekehrt von ihren Wegen.

    Jeremia 15, 7

    12 In seiner Hand ist die Wurfschaufel, und er wird seine Tenne säubern. Seinen Weizen wird er in die Scheune einbringen, die Spreu aber wird er in unauslöschlichem Feuer verbrennen.

    Mathhäus 3, 12

    Auch wenn die ganze Familie bei der Ernte mit anpackte, so konnte oftmals das Arbeitspensum nicht geschaffen werden, und so wurden Tagelöhner, bzw. Lohnarbeiter eingestellt. Auch diese Form der Arbeit kommt in der Bibel manchmal als religiöse Metaphorik zum zum Einsatz.

    11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt setzt sein Leben ein für die Schafe. 12 Der Lohnarbeiter, der nicht Hirt ist, dem die Schafe nicht gehören, der sieht den Wolf kommen und lässt die Schafe im Stich und flieht, und der Wolf reisst und versprengt sie. 13 Er ist eben ein Lohnarbeiter, und ihm liegt nichts an den Schafen. 14 Ich bin der gute Hirt und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, 15 wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne. Und ich setze mein Leben ein für die Schafe.

    Johannes 10, 11-15

    1 Danach bestimmte der Herr weitere zweiundsiebzig und sandte sie zu zweien vor sich her in jede Stadt und jede Ortschaft, in die er gehen wollte. 2 Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist gross, Arbeiter aber sind nur wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.

    Lukas 10, 1-2

    Aber auch die Armen, die selbst nicht Ernte einfahren konnten, oder als Tagelöhner arbeiten, sollten laut den Handlungsanweisungen "Gebote der Menschlichkeit für das Volk Israel" nicht vergessen werden.

    19 Wenn du auf deinem Feld deine Ernte schneidest und eine Garbe auf dem Feld vergisst, sollst du nicht umkehren, um sie zu holen. Dem Fremden, der Waise und der Witwe soll sie gehören, damit der HERR, dein Gott, dich segnet bei aller Arbeit deiner Hände. 20 Wenn du deinen Ölbaum abklopfst, sollst du danach nicht die Zweige absuchen; dem Fremden, der Waise und der Witwe soll es gehören. 21 Wenn du in deinem Weinberg Lese hältst, sollst du keine Nachlese halten. Dem Fremden, der Waise und der Witwe soll es gehören. 22 Und du sollst daran denken, dass du Sklave gewesen bist in Ägypten; darum gebiete ich dir, dass du so handelst.

    Deuteronomium 24, 19-22

    In biblischen Zeiten hatte die Menschen keine Möglichkeiten Einfluss auf die Ernte zu nehmen, sie waren den Einflüssen des Wetters gnadenlos ausgesetzt. So kommen in allen Religionen Götter vor, die den Jahreszyklus, das Wetter oder die Ernte repräsentieren. Im jüdischen Monotheismus wird Gott als göttlicher Bauern und als Schöpfer und Erhalter des natürlichen Lebens verehrt. Aus Dankbarkeit an den Einen Gott gab es einen Opferkult von Erstlingsfrüchten und -tieren. So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele jüdische Feste die Gott ehrten mit dem Ende der verschiedenen Ernten zusammenfällt. Der Einfluss der agrarischen Gesellschaft auf die Religion zeigt sich auch in der Darstellungen von Pflanzen z.B. Palmen und Granatäpfeln im Tempel und auf dem Gewand des Hohenpriesters. Ebenso wie Gott als Schöpfer gesehen wird sind auch sie Lebenssymbole, die immer wieder auch auf die Fruchtbarkeit der Pflanzen rekurieren soll. Ein praktisch-religiöser Aspekt hierbei war, dass in einer Zeit der Freude, nach harter Arbeit, dass das Volk immer die Güte Gottes vor Augen haben sollte, um so die Gnade Gottes als etwas gutes und erstrebenswertes zu sehen. So war zum Beispiel die Gerstenernte verbunden mit dem Fest der Erstlingsgarbe, die die Pessachwoche einleitet, das sieben Wochen später liegende Schavuot (Das Fest der Wochen) markierte das Ende der Weizenernte, während das Laubhüttenfest (Sukkot) und die Weinlese den Schluss des landwirtschaftlichen Jahres einleitete.

    9 Und der HERR sprach zu Mose: 10 Sprich zu den Israeliten und sage ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, und seine Ernte einbringt, sollt ihr die Erstlingsgarbe eurer Ernte dem Priester bringen. 11 Und er soll die Garbe vor dem HERRN hin und her schwingen, damit ihr Wohlgefallen findet. Am Tag nach dem Sabbat soll der Priester sie schwingen. 12 Und an dem Tag, an dem ihr die Garbe hin und her schwingen lasst, sollt ihr dem HERRN ein makelloses einjähriges Lamm als Brandopfer darbringen.

    Leviticus 23, 9-12

    9 Sieben Wochen sollst du zählen; wenn man zum ersten Mal die Sichel an den Halm legt, sollst du anfangen, sieben Wochen zu zählen. 10 Dann sollst du für den HERRN, deinen Gott, das Wochenfest feiern mit einer freiwilligen Gabe von deiner Hand, die du gibst, so wie der HERR, dein Gott, dich segnen wird.

    Deuteronomium 16, 9-10

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