Rätsel des Monats

 

Mai 2019

 

Die Bibel ist ein Buch voll von Geschichten, deren Plotlinien sich in unser kulturelles Gedächtnis eingeschrieben haben. Monatlich möchten wir ihnen ein biblisches Sprachrätsel präsentieren, dass auf eine dieser Plotlinien verweist. Ihre Aufgabe wird sein die Bibelstelle zu finden. Unser Ziel ist es, dass sie mit Spass und Ergeiz ihre detektivischen Fähigkeiten im Buch der Bücher schulen, und durch eifriges lesen der Lösung auf die Spur kommen. Manche der Rätsel werden einfacher sein, da sie sich aus kanonischen Geschichten speißen, aber manche werden auch eine harte Nuss, selbst für Belesene, sein. Natürlich werden wir sie nicht allein lassen und ihnen unter einen kleinen Tipp geben.

Wir wünschen Ihne viel Spaß beim Lesen und Rätseln

Um welche Bibelstelle handelt es sich?

Schäfer ohne eigene Herde, arbeitet für seinen Schwiegervater, und treibt dessen Herde durch die Wüste. Eine Lohe in einem Stachelgewächs erweckt seine Aufmerksamkeit. Es stellt sich heraus, dass es sich im eigentlichen Sinne nicht um ein Stachelgewächs handelt, sondern ein mystisches Telefon ist. Am anderen Ende ist sein Boss, der ihm nach Ausführung seiner Gründe eine Aufgabe gibt, die sich als Anstellung auf Lebenszeit erweisen wird. Nun stellt sich aber den Schäfer die Frage, wie er den seinen neuen Arbeitgeber zukünftig anreden soll. Sein neuer Chef ist jedoch ein Freund von Rätseln und nennt ihn keinen Namen, sondern vielmehr eine Tätigkeitsbeschreibung. Dem Schäfer ist noch etwas unklar, wie er seine Aufgabe gegen den Widerstand der Staatsmacht meistern soll, aber sein neuer Chef, der traditionell mit starker Hand regiert, versichert ihm, dass er der Obrigkeit ein Angebot machen wird, dass sie nicht ablehnen können. Im Laufe des Gespräches stellt sich heraus, dass der Schäfer eine Gruppenreise auf unbestimmte Zeit in eine Art von Schlaraffenland leiten soll.

Natürlich geben wir Ihnen einen kleinen Tipp.

Die Pflanze spielt in der Geschichte zwar nur eine untergeordnete Rolle, ist aber als Bild und Metapher eine viel rezipierte. Bildgeschichtlich ist die Pflanze verbunden mit der Jungfrau Maria. Theologisch rezipiert ist die Pflanze aber vielmehr Metapher für einen Ort (den Sinai). Cinematografisch hat sich die Darstellung von Charlton Heston als Schäfer durchgesetzt.

Lösung

Berufung des Mose

Exodus, 3, 1-22

1 Und Mose weidete die Schafe seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Und er trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Gottesberg, den Choreb. 2 Da erschien ihm der Bote des HERRN in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und er sah hin, und sieh, der Dornbusch stand in Flammen, aber der Dornbusch wurde nicht verzehrt. 3 Da dachte Mose: Ich will hingehen und diese grosse Erscheinung ansehen. Warum verbrennt der Dornbusch nicht? 4 Und der HERR sah, dass er kam, um zu schauen. Und Gott rief ihn aus dem Dornbusch und sprach: Mose, Mose! Und er sprach: Hier bin ich. 5 Und er sprach: Komm nicht näher. Nimm deine Sandalen von den Füssen, denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. 6 Dann sprach er: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Angesicht, denn er fürchtete sich, zu Gott hin zu blicken. 7 Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Schreien über ihre Antreiber habe ich gehört, ich kenne seine Schmerzen. 8 So bin ich herabgestiegen, um es aus der Hand Ägyptens zu erretten und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes und weites Land, in ein Land, wo Milch und Honig fliessen, in das Gebiet der Kanaaniter und der Hetiter und der Amoriter und der Perissiter und der Chiwwiter und der Jebusiter. 9 Sieh, das Schreien der Israeliten ist zu mir gedrungen, und ich habe auch gesehen, wie die Ägypter sie quälen. 10 Und nun geh, ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, heraus aus Ägypten. 11 Mose aber sagte zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte? 12 Da sprach er: Ich werde mit dir sein, und dies sei dir das Zeichen, dass ich dich gesandt habe: Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr an diesem Berg Gott dienen. 13 Mose aber sagte zu Gott: Wenn ich zu den Israeliten komme und ihnen sage: Der Gott eurer Vorfahren hat mich zu euch gesandt, und sie sagen zu mir: Was ist sein Name?, was soll ich ihnen dann sagen? 14 Da sprach Gott zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und er sprach: So sollst du zu den Israeliten sprechen: Ich-werde-sein hat mich zu euch gesandt. 15 Und weiter sprach Gott zu Mose: So sollst du zu den Israeliten sprechen: Der HERR, der Gott eurer Vorfahren, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer, und so soll man mich anrufen von Generation zu Generation. 16 Geh und versammle die Ältesten Israels und sprich zu ihnen: Der HERR, der Gott eurer Vorfahren, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, und hat gesagt: Ich habe auf euch geachtet und auf das, was euch angetan wird in Ägypten. 17 Und ich habe beschlossen: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens hinaufführen in das Land der Kanaaniter und der Hetiter und der Amoriter und der Perissiter und der Chiwwiter und der Jebusiter, in ein Land, wo Milch und Honig fliessen. 18 Und sie werden auf deine Stimme hören. Du aber sollst mit den Ältesten Israels zum König von Ägypten gehen, und ihr sollt zu ihm sagen: Der HERR, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet. Und nun wollen wir drei Tagereisen weit in die Wüste gehen und dem HERRN, unserem Gott, Opfer darbringen. 19 Ich weiss aber, dass der König von Ägypten euch nicht gehen lassen wird, doch seine Hand ist nicht stark. 20 Ich aber werde meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit allen meinen Wundern, die ich in seiner Mitte tun werde, und danach wird er euch ziehen lassen. 21 Und ich werde diesem Volk bei den Ägyptern Gunst verschaffen, und wenn ihr geht, werdet ihr nicht mit leeren Händen gehen. 22 Jede Frau soll sich von ihrer Nachbarin und ihrer Hausgenossin silberne und goldene Sachen und Kleider erbitten, die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern mitgeben, und so werdet ihr Ägypten plündern.

Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2008.