Öffentlichkeitsarbeit

 

Zu Besuch bei einer Pfarrerin in der Uckermark: Osterfest bei den Hugenotten

 

Ausstrahlung im rbb in der Sendung zibb am Mittwoch 17.04.19 18:30; Berichtlänge: 03:43 min

 

Im Bericht der Sendung zibb des rbb ist das Schmücken der Kirche und die Erneuerung der Begrünung um Kirche und den Hugenottengarten, hinter dem Gemeindehaus, Dreh- und Angelpunkt. Neben Aufräumarbeiten pflanzt die Gemeinde vor der KIrche einen schwarzen und eine weisen Maulbeerbaum. Diese Pflanzung soll ein Zeichen sein und an das lebendige Hugenottenerbe erinnern. Die Traditionen wiederzubeleben ist ein großes Anliegen von Pfarrerin Cornelia Müller, die vor ein paar Jahren als Pfarrerin die französisch-reformierten Gemeinden in der Uckermark übernommen hat, beschreibt wie die Hugenotten versuchten die Seidenraupenzucht in die Uckermark zu exportieren, was aber wegen des rauen Klimas misslang.

 

Pfarrerin Müller spricht im Interview über den Glauben in der DDR und darüber dass der Glaube in der Uckermark, aus dem Erbe der DDR, als sehr altmodisch gebranntmarkt ist. Sie sagt: "Manchmal fühlen wir uns wie die ersten Hugenotten, als sie hier hergekommen sind, und mussten im Grunde alles neu aufbauen."

 

Auch wird darüber berichtet, dass Dank einer EU Förderungung das Gemeindehaus wieder renoviert werden kann. Der Fernsehbericht des rbb spricht über die Geschichte des gotischen Gotteshauses, und wie die Hugenotten die Kirche wieder aufgebaut haben, und dass dessen Nutzung bis heute Bestand hat und Teil der Traditionen des Dorfes sind. Dabei erzählt die Pfarrerin, dass das Schmücken der Kirche zu Ostern etwas ganz Besonderes ist, und das der Karfreitag eine besondere Bedeutung für die Gemeinde hat, da hier die ganze Gemeinde, wie es heute nur selten der Fall ist, zum Festtagsgottesdienst und Abendmahl zusammenkommt.

 

Des Weiteren geht es in dem Bericht um die Bevölkerungsstruktur Groß Ziethens. So berichten sie, dass auch heute noch etwa ein Drittel der Bewohner Französische Nachnahmen tragen und so auch in ihrem Namen noch auf französische Wurzeln zurückblicken können. Exemplarisch wird dies an dem Gemeindemitglied Robin Villain erläutert. Dessen Vorfahren hatten sich Ende des 17.Jhds. in dem Dorf angesiedelt. Für ihn ist es der Friedhof des Ortes, auf dem seine Vorfahren beerdigt sind, "ein lebendiges Zeugnis dafür ist, wie eine Gruppe von Leuten die vertrieben wurden, die heimatlos gemacht wurden, von den Obrigkeiten, eine Neue Heimat finden." Er beschreibt wie wichtig es ist ein Zeichen für die neue Heimat zu setzen, indem ihre sterblichen Überreste mit dem Boden der neuen Heimat verbunden sind.

 

Der Bericht zeigt auch dieses Gefühl der Bewohner und Gemeindemitglieder zu diesen französischen Wurzeln im Kontext einer neuen Heimat, indem es nach dem Schmücken im Gemeindehaus ein gemeinsames Essen gibt, bei dem sich französische und uckermärkische Kulinarik verbinden. Im Bezug auf kulinarische Erbe der Hugenotten, die Kartoffel, sagt Pfarrin Müller: "Das größte Verdienst, dass man ihnen immer anrechnet ist eigentlich der Anbau der Kartoffel. Und dieses Erbe hatten sie mitgebracht, hier in unsere Dörfer, und so heißt zum Beispiel das Dorffest in Klein-Ziethen immer noch: das Kartoffelfest."

 

Link Mediathek: https://mediathek.rbb-online.de/tv/zibb/Osterfest-bei-den-Hugenotten/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822084&documentId=62089328